Vortrag von Catherine Opie

Termin:
Do 19.02.2026 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Ort:
Neue Nationalgalerie
Angebot:
Vortrag | Künstler*innengespräch / Studierende
Erwachsene

Die Fragen, was einen Menschen ausmacht, welche Einflüsse ihn prägen, wie sich gesellschaftliche Zuschreibungen überwinden lassen und welche alternativen Lebensentwürfe denk- und lebbar sind, bilden einen zentralen Ausgangspunkt im Werk von Catherine Opie. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelt die Künstlerin ein komplexes, medienübergreifenden Œuvre, das vor allem Fotografien, aber auch Filme, Kunstbücher und Installationen umfasst.

1961 in Sandusky, Ohio, geboren und heute in Los Angeles tätig, arbeitet Opie mit drei grundlegenden fotografischen Genres: Landschaft, Porträt und Dokumentation. Diese dienen ihr weniger als feststehende Kategorien, denn als Ausgangspunkte für die fortlaufende Auseinandersetzung mit Fragen von Sichtbarkeit und Repräsentation sowie der Praxis der Fotografie als Akt des Bezeugens. Ihr Werk verbindet dokumentarische Präzision mit künstlerischer Setzung und poetischer Tiefe – von den frühen, von der Malereitradition der Renaissance inspirierten Porträtaufnahmen ihres queeren Umfelds über Serien, die Landschaft als Resonanzraum für Identität, Hoffnung und Traumata erkunden, bis hin zu den eindringlichen Dokumentationen sozialer Bewegungen wie Black Lives Matter oder von Protestmärschen im Kontext der Präsidentschaft von Donald Trump.

Als genaue Beobachterin des gesellschaftlichen Lebens knüpft Opie an die Tradition der sozialorientierten Dokumentarfotografie des 20. Jahrhunderts an – geprägt durch fotografische Positionen wie Lewis Hine, Robert Frank, Diane Arbus und Dorothea Lange – und unterzieht sie einer weitsichtigen, einfühlsamen Aktualisierung.

In ihrem Vortrag gibt Opie Einblicke in ihre künstlerische Praxis, die Entwicklung ihres Werks und die gesellschaftlichen Fragestellungen, die ihre Arbeit bis heute antreiben. Im Anschluss findet ein Q&A statt und bietet Raum für Austausch und Diskussion. 

Über die Künstlerin

Von 2019 bis 2024 war Opie Inhaberin des Lynda and Stewart Resnick Endowed-Lehrstuhls im Fachbereich Kunst an der University of California, Los Angeles, wo sie von 2001 bis 2024 ebenfalls die Professur für Fotografie im Fachbereich Kunst bekleidete. Von 2000 bis 2001 lehrte sie als Professorin für Bildende Kunst an der Yale University in New Haven.

Sie nahm an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil, darunter die Whitney-Biennale in New York (1995, 2004) und die Istanbul-Biennale (2011). Ihre Werke waren in bedeutenden Einzelpräsentationen zu sehen, unter anderem im Museum of Contemporary Art Chicago, im Guggenheim Museum New York, im Los Angeles County Museum of Art, im Henie Onstad Kunstsenter in Oslo und im Museu de Arte de São Paulo.

Vom 14. Februar bis 19. Juli 2026 zeigt das Fridericianum mit über 70 Werken die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland, parallel zu einer Präsentation in der National Portrait Gallery, London

Anlässlich ihrer Einzelausstellung in Kassel, The Pause That Dreams Against Erasure, laden die Neue Nationalgalerie, die American Academy in Berlin und das Fridericianum zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Künstlerin ein. 

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.