VORBILDER / NACHBILDER – Die fotografische Sammlung der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Berlin im künstlerischen Dialog, 1850 – 1932
Symposium 16. - 17. Mai 2019

Im Archiv der Universität der Künste Berlin befinden sich Bildvorlagen- und Modellsammlungen, die innerhalb Deutschlands einzigartig sind. Sie dienten an Vorgängereinrichtungen, der Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule Berlins, die dem Kunstgewerbe-Museum angeschlossen war, als Muster und Lehrmittel. Zu einem großen Teil bestehen sie aus Originalfotografien, die bis in die Zeit um 1850, also die Anfänge des Mediums, zurückreichen. Die Bestände umfassen 40.000 Vorlageblätter, darunter 25.000 Fotografien; in ihnen sind zahlreiche namhafte Fotografen vertreten: die Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Ludwig Belitski (Sammlung Minutoli), Karl Blossfeldt, Georg Maria Eckert, Constant Famin, Wilhelm von Gloeden, Hermann Heidt, Bernhard Johannes, Jakob August Lorent, Guglielmo Marconi, Albrecht Meydenbauer, Guglielmo Plüschow, James Robertson, Henry Peach Robinson, Ildefonse Rousset, F. Albert Schwartz und Giorgio Sommer, um nur einige Namen zu nennen. Daneben haben sich gegenständliche Lehrmittel zum Pflanzenstudium, nämlich Bronze-Plastiken und Herbarien, erhalten, die unter der Ägide Moritz Meurers angefertigt wurden. Zeichnungen und andere künstlerische Studien ergänzen die Lehrmittel.

Diese Bestände werden zurzeit in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt aufgearbeitet und erschlossen. Das Vorhaben thematisiert speziell die fotografischen Bildvorlagen und untersucht Entstehung, Struktur und Gebrauch der Sammlungen. Die fotografische Bildvorlage wird als eine weithin unerforschte Form des Gebrauchsbildes exemplarisch in den Blick gerückt.

Das Münchner Stadtmuseum bereitet für das Frühjahr 2020 in enger Verbindung mit diesem Projekt eine Ausstellung vor, die anschließend im Museum für Fotografie in Berlin gezeigt wird. Vorbereitend zur Ausstellung findet diese wissenschaftliche Tagung statt.

Das Symposium wird vom Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin, der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums, der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, und der Universität der Künste Berlin organisiert. Die Tagungssprache ist Deutsch. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt.

Verbindliche Anmeldung bis zum 12. Mai 2019 unter mf@smb.spk-berlin.de.

Programm

Donnerstag, 16. Mai 2019

13:00
Begrüßung: Dr. Ludger Derenthal, Sammlung Fotografie, Kunstbibliothek, Berlin
Einführung: Dr. Dietmar Schenk, Universität der Künste Berlin, Universitätsarchiv und Dr. Ulrich Pohlmann, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie

13:15
Dr. Anastasia Dittmann, Universität der Künste Berlin: Die Vorlagensammlungen der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Berlin

13:45
Dr. Ulrich Pohlmann: Anmerkungen zum Handeln und Sammeln von Fotografien im 19. Jahrhundert

14:00 Diskussion

14:30
Dr. Judith Elisabeth Weiss, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin: Vegetabile Bildvorlagen und die Wissensfigur der Pflanze

15:00
Dr. Kristina Lowis, Jumilhac-le-Grand: Nach dem Leben ist vor dem Bild: Die Erweiterung des Aktstudiums durch die Fotografie.

15:30 Diskussion

16:00
Sabina Mlodzianowski, Villa Grisebach, Berlin: Von nützlich bis wild. Die Fotografien von Ottomar Anschütz im Kontext zeitgenössischer Tierdarstellungen

16:30
Mei-Hau Kunzi, Universität der Künste Berlin, Paul Meyerheim und die Fotografie

17:00 Diskussion

17:30
Prof. Dr. Hubert Locher, Philipps-Universität Marburg: Überlegungen zur Fotografie und Historienmalerei im 19. Jahrhundert

18:00 Diskussion


Freitag, 17. Mai 2019

10:00
Prof. Dr. Herta Wolf, Universität Köln: (Ver)öffentlich(t)e Bilder: Albrecht Meydenbauers ikonologische Strategien zur Konstituierung eines deutschen Denkmälerarchivs

10:30
Dr. Ludger Derenthal: Albert Renger-Patzsch. 41 Fotografien für die Bibliothek der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, 1928

11:00 Diskussion

11:30
Dr. des. Dorothea Peters, Berlin: Mehr als Raffael. Adolf Gutbiers „Museum der italienischen Malerei in Original Photographien”

12:00
Paul Mellenthin, Kunsthistorisches Institut Universität Basel: Evidenz zweiter Ordnung: Die Objektsammlung von A. von Minutoli wird fotografiert

12:30 Diskussion / Mittagspause

14:15
Dr. Ulrich Pohlmann: „Eine schlechte Photographie ist immer besser, als die beste Zeichnung.” Gerhard Rohlfs Afrika-Reise 1869

14:45
Dr. Herbert Rott, Neue Pinakothek München, Kennst du das Land... Zur Italienrezeption in Fotografie und Malerei

15:15 Diskussion

16:00
Führung durch das Gebäude der früheren Kunstakademie (Universität der Künste Berlin, Hardenbergstraße 33) mit Dr. Dietmar Schenk

 

VORBILDER / NACHBILDER – Symposium 16. – 17. Mai 2019

Die fotografische Sammlung der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Berlin im künstlerischen Dialog, 1850 – 1932

Tagung

Angebote für: Erwachsene
Termin: Fr 17.05.2019 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Ort: Museum für Fotografie
Kosten: Kostenfrei
Anmeldung: erforderlich
Sammlung: Kunstbibliothek

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