Vortrag von Sarah Wassermann, Berlin

Die Textilzirkel und Modegruppen waren eine Form der künstlerischen Freizeitbetätigung in der DDR. Als Teil des „bildnerischen Volksschaffens“ wurden sie staatlich gefördert. Die verschiedenen Gruppen lernten textile Techniken und setzten diese in eigenen Modeentwürfen, Wandbehängen und anderen textilen Objekten um. Die Ergebnisse wurden in Ausstellungen, öffentlichen Einrichtungen oder auf Modenschauen präsentiert. Der Vortrag informiert über diese Form des textilen Laienschaffens in seinem kulturpolitischen Kontext und stellt die Arbeit der Gruppen sowie die dort entstandenen Werke exemplarisch vor. Neben der historischen Entwicklung liegt der Fokus auf den Textilgruppen und den AkteurInnen selbst – ihre Interaktion in der Gruppe, ihre individuellen Gedanken zu und Motivationen für die Zirkelteilnahme werden herausgestellt.

Forschungsschwerpunkt von Sarah Wassermann sind die gesellschaftlichen sowie künstlerischen Funktionen von Textilzirkeln und Modegruppen in der DDR. Sie studierte in Berlin an der Freien Universität sowie an der Humboldt Universität Kunstgeschichte, Englische Philologie und Kulturwissenschaft. Seitdem ist sie in mehreren Projekten als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, u.a. am Museum Europäischer Kulturen in Berlin, wo sie an der Tiefenerschließung der DDR-Textilkunstsammlung arbeitete, und an der Universität Osnabrück, wo sie vor kurzem ihre Doktorarbeit mit dem Titel „‚Wir machen weiter!’ Textiles Laienschaffen in der DDR und Entwicklungen nach der Wiedervereinigung“ eingereicht hat.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Museum&Location

Modegruppen und Textilzirkel in der DDR - Zwischen kollektivem Arbeiten und individueller Entfaltung

Vortragsreihe MODE Thema MODE

Vortragsreihe

Angebote für: Erwachsene
Termin: Mi 11.09.2019 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ort: Kulturforum
Treffpunkt: Vortragssaal Kunstgewerbemuseum
Kosten: kostenfrei
Anmeldung: nicht erforderlich
Sammlung: Kunstbibliothek
Veranstaltungsreihe: MODE Thema MODE

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