Laut Prognosen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 über zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Mehrere Milliarden, die selbst keinen Zugang zu ländlichen Anbauflächen haben, müssen ernährt werden. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass der Raubbau an der Natur, wie ihn die aktuelle industrielle Landwirtschaft betreibt, Böden und Ressourcen zerstört und damit die Grundlage vernichtet, auf der unsere Nahrungsmittel produziert werden. Wir fragen nach den Möglichkeiten einer regenerativen Stadt, in der eine regionale Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gewährleistet wird, sowie nach experimentellen Designansätzen für alternative Anbaumethoden und Versorgungssysteme wie Infarming oder Vertical Farming. Ist die „Essbare Stadt“ ein zukunftsfähiges Modell?

Katrin Bohn, Landschaftsarchitektin, lehrt an der School of Architecture and Design, University of Brighton und nutzte im Rahmen der Ausstellung das von Bohn&Viljoen Architects 2004 entwickelte Konzept der Produktiven Stadtlandschaft für die Essbare Terrasse des Kunstgewerbemuseums.

Kai Gildhorn ist Umweltingenieur, geschäftsführender Gesellschafter von Terra Concordia gUG und Gründer von Mundraub, der größten Online-Plattform, die frei zugängliche, essbare Pflanzen aufführt.

Volkmar Keuter ist Abteilungsleiter für Photonik und Umwelt am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen und beteiligt an der Entwicklung der Indoor Farm, in der in der Ausstellung Salat wächst.

Hendrik Monsees ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), das im EU-geförderten INAPRO-Projekt ein effizientes und skalierbares Aquaponik-System entwickelte.

Svenja Nette arbeitet für die Prinzessinnengärten, einem der bekanntesten Urban-Gardening-Projekte Berlins, das seit 2009 am Kreuzberger Moritzplatz soziale und ökologische Landwirtschaft in der Stadt betreibt.

Austin Stewart: Der amerikanische Künstler befasst sich in seinen Arbeiten unter anderem mit Umweltbedingungen, Guerilla Gardening oder wie im Falle von Second Livestock, seines Ausstellungsbeitrags, mit artgerechter der Hühnerhaltung auf engstem Raum durch virtuelle Realität.

Bernhard Watzl, Ernährungswissenschaftler, leitet das Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung am Max Rubner-Institut in Karlsruhe, das zu gesundheitlichen Aspekten von Lebensmitteln forscht.

Moderiert wird der Abend von Wilfried Bommert. Er ist Sprecher des Vorstands vom Institut für Welternährung e.V. und Autor zahlreicher Bücher und Beiträge. Seine neueste Veröffentlichung "Verbrannte Mandeln. Wie der Klimawandel unseren Teller erreicht" befasst sich mit den globalen Zusammenhängen der Nahrungsmittelproduktion.

Performance:

The Center for Genomic Gastronomy ist ein international agierendes Design-Kollektiv, das sich 2010 in Portland, Oregon, USA, gegründet hat. Sie sind in der Ausstellung mit der Installation To Flavour Our Tears vertreten, einem experimentellen Restaurant. Ausgehend von einer Mottenart, die sich von Tränen ernährt, fragt die gleichnamige Performance, wie wir Menschen durch eine spezielle Diät oder unsere Gefühle Einfluss darauf nehmen können, wie wir für die Organismen schmecken, die sich von uns ernähren.

Der Design Talk wird kuratiert von Claudia Banz und Neila Kemmer.

Sprache: Deutsch

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich unter service@smb.museum, telefonisch unter +49 30 266 42 42 42.

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, dass das Material von den Staatlichen Museen zu Berlin online veröffentlicht wird.

Essbare Stadt

Fishbowl-Diskussion und Performance von The Center for Genomic Gastronomy, To Flavour Our Tears

Künstlergespräch | Performance | Podiumsdiskussion

Angebote für : Erwachsene
Termin : Do 24.05.2018 19:00 Uhr - 22:30 Uhr
Ort : Kunstgewerbemuseum
Kosten : 0 EUR Anmeldung : erforderlich
Ausstellung: Food Revolution 5.0
Sammlung: Kunstgewerbemuseum
Veranstaltungsreihe : Design Talks

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