Der globale Lebensmittelmarkt ist durch Machtkonzentration, Intransparenz, eine ungerechte Verteilung der Ressourcen und Skandale gekennzeichnet. Eine Handvoll multinationaler Konzerne treibt die Industrialisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bis zur Ladentheke voran und bestimmt weltweit, was in den Handel, die Supermärkte und damit auf unsere Teller kommt. Der Preisdruck durch Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten entlang der globalen Lieferkette ist eine der Hauptursachen für schlechte Arbeitsbedingungen und Armut in den Produktionsländern. Die Lebensgrundlagen aller Menschen weltweit werden sich in der nächsten Zeit einschneidend verändern. Auswege aus der Krise setzen auch einen Wandel unseres Mindsets von einem sogenannten guten Leben hin zu Postwachstum und Postmaterialismus voraus. Weltweit entstehen Bewegungen und Initiativen, die sich für eine „Ökonomie des Gemeinsamen und der Subsistenz“ einsetzen.

Welche Visionen, Ideen und Best-Practice- Beispiele es bereits für eine zukunftsfähige Nahrungsökonomie gibt, darüber diskutieren:

Ursula Hudson ist Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland und Mitglied des Vorstands von Slow Food International; sie initiiert zahlreiche Projekte zur Ernährungsbildung und Aufklärung der Verbraucher über die Zusammenhänge von Ernährung und Umwelt.

Jan-Eelco Jansma forscht an der Wageningen University and Research (NL) zu den sozialen, ökonomischen und ökologischen Implikationen urbaner Landwirtschaft. Er ist Mitglied des Expertenteams des feeding-the-city-Programms für die niederländische Stadt Almere.

Jörg Schröder ist Architekt und Stadtplaner am Institut für Städtebau und Raumentwicklung der Leibniz Universität Hannover; er legt einen planerischen Schwerpunkt auf Projekte zu innovativen Stadt-Land-Kooperationen und hat mit „Agropolis“ ein prämiertes Konzept für die zukunftsfähige Nahrungsökonomie in München angeregt.

Lukas Seiler ist im Vorstand der Transition Town Witzenhausen – Stadt im Wandel; in dieser Initiative setzen sich seit 2009 Bürger*innen für eine nachhaltige Entwicklung und partizipative Gestaltung von Stadt und Region im Sinne der Postwachstumsökonomie und Suffizienz ein.

Philip Stierrand lehrt an der DHBW Heilbronn Agrar- und Ernährungspolitik; sein Blog Speiseräume gehört zu den wichtigsten Online-Magazinen über kommunale Ernährungspolitik und Stadternährungsplanung.

Daniel Überall ist Mitbegründer des Kartoffelkombinats eG, einer in München basierten genossenschaftlich organisierten Gemeinschaft zum Selbstanbau von Obst und Gemüse; parallel im Vorstand der anstiftung, die Räume und Netzwerke des Selbermachens fördert, vernetzt und erforscht.

 

Performance
chmara.rosinke ist ein konzeptuelles Designstudio, das in Berlin und Wien lebt und arbeitet. Das Projekt Mobile Gastfreundschaft fokussiert die Ambivalenzen des öffentlichen Stadtraums, seine Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualitäten. Mit der bewusst in DIY-Ästhetik gestalteten mobilen Küche entsteht die Möglichkeit, jederzeit und überall eine Art Pop-Up-Restaurant zu installieren, den öffentlichen Raum zu besetzen und über die soziale Kraft des Kochens und Essens Gemeinschaften herzustellen.

Die Design Talks wurden kuratiert von Claudia Banz und Neila Kemmer.

 

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, dass das Material von den Staatlichen Museen zu Berlin online veröffentlicht wird.

Anmeldung unter service@smb.museum, telefonisch unter +49 30 266 42 42 42 oder direkt hier:

 

Essbare Stadt
Do 24.05.2018 19:00 Uhr - 22:30 Uhr

Essbare Stadt

Fishbowl-Diskussion und Performance von The Center for Genomic Gastronomy, To Flavour Our Tears

Künstlergespräch | Performance | Podiumsdiskussion

Angebote für: Erwachsene
Termin: Do 24.05.2018 19:00 Uhr - 22:30 Uhr
Ort: Kunstgewerbemuseum
Kosten: 0 EUR Anmeldung: erforderlich
Ausstellung: Food Revolution 5.0
Sammlung: Kunstgewerbemuseum
Veranstaltungsreihe: Design Talks

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