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Germanen: Die aufgelassene Siedlung von Klein-Köris

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Über 700 Objekte aus ganz Mitteleuropa versammelt die Ausstellung "Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme" und präsentiert somit erstmals einen umfassenden Einblick in die spannende Geschichte der germanischen Gruppen vom 1. bis zum 3. Jahrhundert. Alle Themenbereiche der damaligen Lebenswelten werden anhand hochkarätiger Funde eingehend beleuchtet. Aber was sind die Highlights unserer Kurator*innen der Ausstellung?

Diesmal ist es jedoch weniger ein Objekt, sondern ein ganzer Komplex, der es Kurator Dr. Heino Neumayer angetan hat: Die grafische Rekonstruktion der aufgelassenen germanischen Siedlung von Klein Köris, knapp 30 km südlich von Berlin. Während vom 1. bis zum 3. Jahrhundert die Region des heutigen Brandenburgs mit all ihren Flüssen und Seen ein beliebtes Siedlungsgebiet war, sieht es ab dem 4. Jahrhundert ganz anders aus. Die Landstriche sind nahezu verlassen und gleichen einer Einöde. Die vormaligen Siedlungen wurden einfach offen gelassen und die Gemeinschaften zogen von hier wahrscheinlich nach Südwesten in das heutige Baden-Württemberg. Die Zeit der Völkerwanderung setzte ein und mischte in Europa alle Karten neu. Die Reste solcher leeren Siedlungen in der Erde sind für die Archäolog*innen hingegen eine wahre Goldgrube. Anhand dieser Spuren können ganze Dörfer rekonstruiert werden und erleben, wie in dem Fall des heutigen Freilichtmuseums "Germanische Siedlung Klein Köris e.V." eine wahre Auferstehung.

Foto: Lebensbild der aufgelassenen Siedlung von Klein Köris aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. anhand der archäologischen Ergebnisse. © Mikko Kriek, 2020
Musik: Fornnordiska Klanger. Recherchiert und produziert von Casja S. Lund