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Vorderasiatisches Museum: Spektakuläre Zuordnung gelungen

13.09.2018
Pergamonmuseum

Wissenschaftlern des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin ist die spektakuläre Zuordnung einer Inschrift der assyrischen Königin Libbi-āli-šarrat gelungen. Seit ihrer Wiederentdeckung 1909 in Assur war vermutet worden, dass die fragmentarisch erhaltene Darstellung einer königlichen Dame (VA 8847) und die Reste eben dieser Inschrift zu einer Stele gehört haben könnten. Doch da alle bisherigen Versuche einer direkten Anpassung fehlgeschlagen waren, blieben die Zuweisung und damit die Identifizierung der Königin hypothetisch.

Für die Sonderausstellung „I am Ashurbanipal, king of the world, king of Assyria“ des British Museum (8. November 2018 – 24. Februar 2019) sollten beide Fragmentgruppen restauriert und in einer modernen Stelennachbildung erstmals zusammen präsentiert werden. Bislang war man davon ausgegangen, dass das figürliche Relief und die Reste der Inschrift auf einer Seite anzuordnen seien. Wie sich jetzt völlig unerwartet herausstellte, können diese jedoch mit den Bruchflächen aneinandergefügt werden und bilden folglich Vorder- und Rückseite eines Rundbogens. Damit ist die Identifizierung der Königin Libbi-āli-šarrat nun eindeutig belegt. Auch lassen sich jetzt die ursprünglichen Maße der aus Kalkstein gearbeiteten Stele, die zerbrochen und unvollständig im Bereich des Stelenplatzes gefunden wurde, relativ genau ermitteln.

Dass Libbi-āli-šarrat eine eigene Stele besaß, belegt ihren hohen Rang in der assyrischen Gesellschaft. Sehr wahrscheinlich begegnet sie uns ein zweites Mal in der sog. Banquet Scene (BM. 124920) als Teilnehmerin eines Festes, das ihr Gemahl Assurbanipal nach dem Sieg über seinen elamischen Widersacher Teumman veranstaltete. Auch hier trägt sie eine Mauerkrone, allerdings als Diadem ausgeführt und ein fein gemustertes Schalgewand.