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Umfangreiche Digitalisierung des historischen Archivs am Ethnologischen Museum

15.05.2024
Ethnologisches Museum

Im Jahr 2018 ermöglichte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Digitalisierung aller heute im Ethnologischen Museum befindlichen Sammlungsverzeichnisse, Akten sowie der ihnen zugehörigen Findmittel mit einer Laufzeit von 1830 bis 1947. Im Frühjahr 2024 konnten die Digitalisierung und anschließende Onlinepublikation der rund 1.600 historischen Dokumente mit einer Gesamtzahl von mehr als 588.000 Seiten abgeschlossen werden.

Die nun online zugänglichen Dokumente umfassen bedeutende Schriftstücke und Verzeichnisse, die den oft komplexen Erwerbungskontext der Sammlung beleuchten. Durch das Digitalisierungsprojekt ermöglicht das Ethnologische Museum einen direkten und ortsunabhängigen Einblick in seine historische Sammlungsdokumentation. Eine weitestgehend vollständige Rekonstruktion des historischen Sammlungsbestands ist nun allen Interessierten möglich.

Der digitalisierte Bestand gehört zu den am vollständigsten erhaltenen und überlieferten Archivbeständen innerhalb der Staatlichen Museen zu Berlin. Das digitalisierte historische Archiv des Ethnologischen Museums kann aus diesem Grund nicht nur bei museums- oder sammlungsspezifischen Fragestellungen, sondern auch für die Erforschung allgemeiner Verwaltungsvorgänge innerhalb der Königlichen bzw. Staatlichen Museen konsultiert werden. Hinzu kommt seine zentrale Rolle in Bezug auf Objekte aus den deutschen Kolonien, die auf einem Bundesratsbeschluss im Jahr 1889 beruht.

Das ehemalige Museum für Völkerkunde (heutiges Ethnologisches Museum) wurde dadurch gemeinsam mit anderen Berliner Museen zu einer zentralen Sammelstelle für natur- und kulturhistorische Objekte aus den Kolonien erklärt. Die schriftliche Dokumentation der anschließend durchgeführten Erwerbungs-, Tausch- und Abgabevorgänge ermöglicht heute unter anderem Rückschlüsse auf die Provenienz der aufgenommenen und abgegebenen Objektbestände sowie die damals bestehenden kolonialen Netzwerke.

Das im Rahmen des Projekts erstellte Findbuch ermöglicht einen zentralen Einstieg in den digitalisierten Bestand. Zusätzlich können die digitalisierten Dokumente und ihre zugehörigen Erschließungsdaten über die Onlinedatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin abgerufen werden.