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Staatliche Museen zu Berlin trauern um Wolf-Dieter Dube. Langjähriger Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin im Alter von 81 Jahren verstorben

09.09.2015

Der langjährige Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Wolf-Dieter Dube, ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Berlin. Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin: „Mit Wolf-Dieter Dube verlieren die Staatlichen Museen zu Berlin einen großen Wegbereiter und Mentor: Seine mit 16 ½ Jahren beeindruckend lange Amtszeit war von großen Umbrüchen geprägt, von Weichenstellungen und Umstrukturierungen, welche die Staatlichen Museen zu Berlin bis heute wesentlich prägen. Insbesondere die Wiedervereinigung der Museen aus Ost und West war eine beispiellose Herausforderung, die er im Schulterschluss mit Günter Schade auf so großartige, auch menschlich so herausragende Weise bewältigt hat, dass man sich als ein Nachfolger in diesem Amt davor nur respektvoll verneigen kann. Zusammengeführt wurden damals nicht nur Sammlungen, sondern auch in verschiedenen Systemen gewachsene Strukturen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Lebensgeschichten aus Ost- und Westdeutschland. Dass all dies, trotz aller Turbulenzen und Debatten, letztendlich doch so friedlich und so erfolgreich umgesetzt wurde, ist eine wirklich herausragende Leistung.“

Wolf-Dieter Dube gelang in seiner Amtszeit eine ganz außerordentliche Erweiterung der Sammlungsbestände, sei es durch spektakuläre Ankäufe oder die erfolgreiche Bindung von Sammlern an die Staatlichen Museen. Für die Nationalgalerie konnte er als renommierter Experte für den deutschen Expressionismus im Verein mit einer Reihe von Unterstützern und Geldgebern Emil Noldes „Christus und Sünderin“ und Ernst Ludwig Kirchners „Potsdamer Platz“ erwerben. Michael Eissenhauer: „Welch fundamentale Bedeutung, welche Strahlkraft gerade der 'Postdamer Platz' für die Sammlung der Nationalgalerie und den Standort Kulturforum hat, muss kaum eigens betont werden.“

Unter weltweiter Beachtung holte Wolf-Dieter Dube die Sammlung Berggruen mit Ihren wunderbaren Werken von Pablo Picasso und Paul Klee nach Berlin und machte damit deren späteren Ankauf überhaupt erst möglich. Prägend für die heutige Präsenz der Nationalgalerie war aber auch der Zugewinn der Sammlung Marx, die das auslösende Moment für die aufwendige Umgestaltung des Hamburger Bahnhofs war. Eissenhauer: „So sorgte er dafür, dass fortan auch die zeitgenössische Kunst im Kosmos der Staatlichen Museen zu Berlin einen angemessenen Ort einnehmen konnte.“

Dube hob darüber hinaus auch das Museum Europäischer Kulturen aus der Taufe und leitete die Kooperation mit der Helmut Newton Foundation in einem gemeinsamen Museum für Fotografie in die Wege. Eissenhauer: „Dube blieb sich trotz kritischer Stimmen immer treu und prägte gerade deshalb auf so bemerkenswerte Weise die Erfolgsgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin.“