Seltene griechische Münze in Berlin-Spandau entdeckt

15.04.2026
PETRI Berlin

Auf einem Feld in Spandau wurde eine besondere antike Münze entdeckt. Das Bronzestück stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und gilt als einmalig für Berlin. Ab dem 15. April wird es im PETRI Berlin erstmals öffentlich gezeigt. 

Eine seltene antike griechische Münze ist auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in Berlin-Spandau entdeckt worden. Das rund 12 Millimeter große Bronzestück ist der erste bekannte Fund aus der griechischen Antike im heutigen Berliner Stadtgebiet. Ab dem 15. April 2026 wird die Münze im PETRI Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Münze entstand zwischen 281 und 261 v. Chr. in Ilion, dem antiken Troja in der heutigen Türkei. Sie zeigt auf der Vorderseite den Kopf der Göttin Athena mit Helm, während auf der Rückseite Athena Ilias mit Speer und Spindel dargestellt ist.

Untersuchungen des Fundortes ergaben Hinweise auf eine lange Nutzung der Fläche als Bestattungsplatz. Archäologische Funde wie Keramikreste, Leichenbrand und Metallobjekte deuten auf ein Gräberfeld aus der Bronze- und frühen Eisenzeit hin. Auch Spuren aus römischer Zeit und dem frühen Mittelalter wurden nachgewiesen.

Griechische Funde sind in Berlin bislang nicht belegt, während römische Objekte vereinzelt vorkommen. Die Münze gilt daher als wissenschaftlich besonders bedeutend. Wie sie in den nordmitteleuropäischen Raum gelangte, ist noch unklar. Bekannt ist jedoch, dass es bereits in der Antike Handelskontakte zwischen dem Mittelmeerraum und dem Norden gab.

Aufgrund ihres geringen Materialwerts und des Fundkontexts wird vermutet, dass die Münze eher eine symbolische als eine wirtschaftliche Rolle spielte. Sie könnte somit neue Hinweise auf kulturelle Verbindungen zwischen verschiedenen Regionen Europas in der Antike liefern.