27.11.2025
Museum für Asiatische Kunst
Das Museum für Asiatische Kunst erhält eine bedeutende Erweiterung seiner Sammlung zeitgenössischer ostasiatischer Kunst: Die monumentale fotografische Installation „Family Tree“ des chinesischen Künstlers Mao Tongqiang gelangt als Schenkung aus der Sammlung Sigg in die Sammlung des Museums. Erstmals in Berlin präsentiert wird das Werk ab dem 28. November 2025 in der Ausstellung „Alles unter dem Himmel. Harmonie in der Familie und im Staat“ im Humboldt Forum.
Mit einer Fläche von rund 400 Quadratmetern zählt „Family Tree“ zu Mao Tongqiangs eindruckvollsten Arbeiten. Das Werk entstand über mehrere Jahre intensiver Feldforschung und umfasst Bildmaterial von rund 1.000 Familien. Es zeigt die Vielfalt chinesischer Familienstrukturen der Gegenwart und verweist zugleich auf die tiefgreifenden Veränderungen, die China seit der konfuzianisch geprägten Familienordnung der Kaiserzeit bis in die mobile Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts durchlaufen hat.
Die historischen Bestände des Museums für Asiatische Kunst, das Kunst und materielle Kultur über viele Jahrhunderte hinweg dokumentiert, werden durch „Family Tree“ in entscheidender Weise erweitert. Das Werk eröffnet einen unmittelbaren Blick auf die gesellschaftlichen Transformationsprozesse des modernen China und ergänzt die longue durée der Sammlung um eine prägnante zeitgenössische Perspektive. Im Zusammenspiel dieser zeitlichen Ebenen wird sichtbar, wie radikal sich soziale Ordnungen, Haushaltsformen und Alltagswirklichkeiten innerhalb weniger Jahrzehnte gewandelt haben.
Dass ein Werk dieser Größe, konzeptuellen Klarheit und dokumentarischen Dichte entstehen und bewahrt werden konnte, wäre ohne das langjährige Engagement von Dr. Uli und Rita Sigg nicht denkbar gewesen. Ihre Sammlung zählt zu den bedeutendsten Archiven chinesischer Gegenwartskunst und bewahrt zentrale künstlerische Positionen und kulturelle Narrative der Transformationsprozesse seit den 1970er-Jahren.
Die Schenkung ermöglicht es nun, „Family Tree“ erstmalig zu zeigen, vorerst in einer ausschnittweisen Präsentation. Die Ausstellung „Alles unter dem Himmel“ versammelt Arbeiten von He Chongyue, Siren Eun Young Jung, Jane Jin Kaisen, Mirae kate-hers Rhee und Mao Tongqiang. Sie thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen Familie und Staat in China und Korea im 20. und 21. Jahrhundert zwischen Ideologie, Fürsorge und Kontrolle.
Ausstellung
Alles unter dem Himmel
28.11.2025 bis 25.05.2026
Pressemitteilung
Museum für Asiatische Kunst | Schenkung aus der Sammlung Sigg: Mao Tongqiangs Family Tree