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Restaurierungsarbeiten im Pergamonmuseum: Mschatta-Fassade noch bis 20. Februar 2022 zu sehen

04.02.2022
Pergamonmuseum

Die Mschatta-Fassade ist das größte Exponat des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum. Wie im Ablauf für die Sanierung des Museums vorgesehen, wird das monumentale Architekturstück ab März 2022 saniert und für den Umzug in den Nordflügel vorbereitet.

Die Fassade stammt von dem monumentalen Palast Qasr al-Mshatta im heutigen Jordanien, 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman. Der Bau gehört zu einer Kette von mehr als dreißig „Wüstenschlössern“, die sich über Bilad as-Sham, Irak und Saudi-Arabien erstrecken. Mit einer quadratischen Umfassungsmauer von 144 Metern Seitenlänge zählt das Mschatta-Schloss zu den größten seiner Art. Wahrscheinblich wurde sein Bau während der Regierungszeit des umayyadischen Kalifen al-Walid ibn Yazid (743 -744) begonnen, blieb aber unvollendet, nachdem er ermordet worden war. Ein späteres Erdbeben fügte dem unfertigen Bauwerk weitere Schäden zu. 

Während ein Teil der Anlage bis heute in Jordanien an seinem Ursprungsort steht – direkt neben dem Flughafen von Amman – gelangte die 33 Meter lange und ca. fünf Meter hohe Hauptfassade der südlichen Außenmauer zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Berlin. Die Fassade, die auch zwei Tortürme umfasst, ist fast komplett mit beeindruckenden Steinmetzarbeiten verziert und schmückte einst den Zugang zum Thronsaal des Kalifen. 

Das monumentale Objekt gelangte als Geschenk des osmanischen Sultans Abdülhamid II. an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin. Am 23. Dezember 1903 kam das hochherrschaftliche Geschenk, zerlegt in 459 Teile, in Berlin an. Nun wird das Publikumshighlight des Museums für Islamische Kunst untersucht und restauriert, um später im archäologischen Rundgang des Pergamonmuseums in eine direkte räumliche Beziehung zu den anderen Großarchitekturen des Hauses zu treten. Die Besucher*innen werden die Arbeiten künftig in einer öffentlich einsehbaren Schaubaustelle verfolgen können.

Noch bis 20. Februar 2022 im Mschattasaal: „Ali Kaaf. Ich bin Fremder. Zweifach Fremder“

Der deutsch-syrische Künstler Ali Kaaf tritt mit seiner Installation „Ich bin Fremder. Zweifach Fremder“ in einen zeitgenössischen Dialog mit der rund 1.300 Jahre alten Fassade des jordanischen Kalifenpalastes. Dabei entsteht ein Spannungsfeld, das einen Raum der Ambivalenzen im Dazwischen erschafft – zwischen Fassade und Intervention, Historie und Gegenwart, Bekanntem und Fremdem, Sicht- und Unsichtbarem. Auf diese Weise wird ein unmittelbar erfahrbarer emotionaler körperlicher Zugang zu dem um 740 n. Chr. entstandenen Bauwerk geschaffen.