Performancekunst in Südostasien: Konferenz "Embodied Histories" vom 13. bis 14. Juni 2019

04.06.2019
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Mit einem Konferenz- und Performance-Programm am 13. und 14. Juni 2019 im Hamburger Bahnhof in Berlin werden neue Perspektiven auf performative Künste und Praktiken in Südostasien und im Westen eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Embodied Histories – Entangled Communities. Southeast Asian and Western Approaches to Narratives and Performance Art" stehen Erzählungen, Geschichte und ihre Verkörperungen.

Auf der zweitägigen Tagung diskutieren Künstler*innen wie Arahmaiani, Korakrit Arunanondchai, Ho Rui An und Julia Sarisetiati (ruangrupa, Gudskul) mit Kulturschaffenden, theoretisch Arbeitenden sowie Kurator*innen wie Cosmin Costinas, Patrick D. Flores und David Teh. In der Verbindung von Vortrags- und Performance-Programm spiegelt sich das Anliegen der Veranstaltung, Möglichkeiten auszuloten, wie kuratorische, institutionelle und wissenschaftliche Praktiken von künstlerischen Praktiken lernen können.

Fokus und Hintergrund der Konferenz

Performative Künste und Performance Kunst im engeren Sinn zeichnen sich durch mediale Hybridität und interdisziplinäre Querverbindungen aus, die mit variablen sozialen Kontexten und polychronen Kunstgeschichten zusammenhängen. Die vielfältigen mythologisch-literarischen und politischen Geschichten in Südostasien wie im Westen beeinflussen über die Aufführungspraktiken und Präsentationsweisen hinaus zudem das verkörperte Wissen in den jeweiligen sozialen Gemeinschaften. Von besonderem Interesse sind dabei die unterschiedlichen Zeitlichkeiten, die oft asymmetrische Machtstrukturen abbilden, ebenso wie Konstruktionen transnationaler und transtemporaler Gemeinschaften durch performative Ereignisse und Praktiken.

Vor diesem Hintergrund fragen die Teilnehmer*innen der Konferenz nach kuratorischen, wissenschaftlichen und institutionellen Implikationen dieser Praktiken:

  • Wie lassen sich Performancekunst und performative künstlerische und soziale Praktiken in kulturellen Institutionen sammeln, archivieren, ausstellen, reflektieren, vermitteln oder transformieren?
  • Welche Rolle spielen narrative Strategien als Vermittlung von Wissen und Erfahrung?
  • Wie lassen sich performative und kuratorische Verfahren verbinden?
  • Was können kulturelle Institutionen von narrativen und performativen Praktiken mit Bezug auf ihr diverses Publikum lernen?
  • Können stereotype Muster von hegemonialen Narrationen verlernt („unlearning“) werden, und welche neuen Erfahrungen entstehen dabei?
  • Wie lassen sich mit diesen künstlerischen Praktiken diverse Gemeinschaften erreichen, verändern oder sogar konstituieren?

Folgende Ausstellungsreihe zur Verflechtung mit Deutschland

Auf die Veranstaltung im Juni 2019 wird eine Ausstellungsreihe in den Jahren 2020 und 2021 in Berlin, Chiang Mai und Jakarta folgen. Die Ausstellungen befassen sich mit spezifischen lokalen Erzählungen als politisch verschränkte Geschichte der Länder Südostasiens (Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) untereinander sowie deren geschichtliche Verflechtung mit Deutschland.  

Anmeldung und Programm

Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin mit dem Exzellenzcluster 2020 „Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective“ der Freien Universität Berlin und wird durch die Unterstützung des Goethe-Instituts Südostasien ermöglicht.