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Papyrussammlung präsentiert 6000 Dokumente aus dem antiken Ägypten in einer Online-Datenbank

02.05.2012
Neues Museum

Im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts wird das Ägyptische Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin bis Herbst 2013 6000 Texte in einer Online-Datenbank zur Verfügung stellen. Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Es bietet Altertumswissenschaftlern wie auch der am antiken Ägypten interessierten Öffentlichkeit Zugang zu hochwertigen Objektabbildungen und begleitenden Informationen sowie weiterführende Recherchemöglichkeiten. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte hierzu: »Diese Datenbank zeigt exemplarisch, welch große Chance die Digitalisierung von Kulturgütern bietet. Gerade fragile Objekte können so von einer Vielzahl von Interessierten betrachtet werden, dies wäre im Museum oftmals kaum oder gar nicht möglich«.

Das Projekt unterstreicht das Bestreben der SPK, große Teile ihrer Bestände zu digitalisieren und der Öffentlichkeit orts- und zeitunabhängig sowie kostenfrei zugänglich zu machen. Die von der Papyrussammlung erhobenen Daten fließen in den kommenden Monaten in das Portal »SPK Digital« und darüber in die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) ein. Die DDB wird im Laufe dieses Jahres in einer Beta-Version mit einem Datenbestand von circa 6 Millionen Objekten frei geschaltet.

Die »Berliner Papyrusdatenbank (BerlPap)« präsentiert zurzeit bereits 650 Objekte, davon werden viele zum ersten Mal überhaupt abgebildet. Der Projektleiter bei der Papyrussammlung, Fabian Reiter, hofft auf eine Verlängerung der finanziellen Förderung. So könnten weitere Exponate in die Datenbank eingestellt und auch wissenschaftlich wie restauratorisch bisher unbearbeitete Objekte, die noch in Originalfundkisten aus den Grabungskampagnen lagern, berücksichtigt werden.

Die Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin umfasst unter anderem einige zehntausend mit Schrift versehene Papyri, 7000 Ostraka (beschriftete Tonscherben) und über 1000 Pergamente. Sie ist damit die bedeutendste Papyrussammlung in Deutschland und zählt weltweit zu den fünf größten Sammlungen ihrer Art.