27.08.2026
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Anlässlich des 30. Jubiläums des Hamburger Bahnhof erinnert Ayşe Erkmen mit einem neuen Kunstwerk an der Fassade des Museums an die Geschichte des historischen Gebäudes: dessen Nutzung als Bahnhof sowie seit 1996 als Museum für zeitgenössische Kunst. Die Künstlerin ist dem Hamburger Bahnhof seit mehr als 20 Jahren verbunden. Im Rahmen ihrer umfassenden Einzelausstellung im Jahr 2008 legte Erkmen eine Zeichnung über die Uhr am östlichen und die Schmuckrosette am westlichen Turm. Zum Jubiläum entwickelt sie eine neue Version des Kunstwerks, die ab Donnerstag, 27. August, dauerhaft die Fassade prägt und damit Dan Flavins ikonische Lichtinstallation als Erkennungszeichen des Hamburger Bahnhof in der Stadt ergänzt.
2008 nahm Erkmen anlässlich ihrer Ausstellung „Weggefährten“ mit der temporär installierten Arbeit „no time/no flower“ direkt Bezug auf zwei unterschiedliche Elemente an der ansonsten symmetrisch gestalteten Fassade des ehemaligen Bahnhofsgebäudes mit ihren beiden markanten Türmen: sie legte rote gezackte Linien aus Metall über die Uhr am östlichen und die Schmuckrosette am westlichen Turm. Die Künstlerin greift das damals temporär installierte Werk „no time/no flower“ erneut auf und entwirft zum 30-jährigen Bestehen des Museums eine goldfarbene, im Sonnenlicht glänzende Variante. Die zeichenhafte Skulptur überschreibt nun dauerhaft die historische Fassade und verweist auf die Nutzung des Baus als Museum für zeitgenössische Kunst, in dem die Kunst der Gegenwart präsentiert und für die Zukunft bewahrt wird.
Die in Istanbul geborene Künstlerin Ayşe Erkmen lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul. Sie absolvierte ein Studium im Fach Skulptur an der Staatlichen Kunstakademie in Istanbul und nahm 1989 und 1995 an den Biennalen in Istanbul teil. 1993/1994 war sie auf Einladung des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Berlin. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, darunter 1997 die Skulptur Projekte Münster, 2008 die Ausstellung „Weggefährten“ im Hamburger Bahnhof in Berlin, und 2011 vertrat sie die Türkei auf der 54. Biennale di Venezia. Sie lehrte ab 1998 an der Universität Kassel und an der Städelschule in Frankfurt am Main, von 2010 bis 2015 war sie Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster. 2012 wurde Erkmen Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 2020 wurde sie mit dem „Ernst Franz Vogelmann-Preis für zeitgenössische Skulptur“ ausgezeichnet.
Die „Unendliche Ausstellung“ umfasst 23 Installationen, Interventionen und Skulpturen aus der Sammlung des Hamburger Bahnhof, die dauerhafte Bestandteile der Innen- und Außenräume des Museums sind. Ein kostenloser, selbstgeführter Rundgang mit Microsite und Booklet führen seit Juni 2023 durch alle Teile des Museumskomplexes, in den Garten und die angrenzenden Bereiche und verbindet Sammlung, Geschichte, Gebäude und Nachbarschaft. Zu dem Rundgang zählt die ikonische Lichtinstallation von Dan Flavin aus dem Jahr 1996 ebenso wie historische Orte wie der ehemalige Grenzübergang Invalidenstraße oder „The Missing House“ von Christian Boltanski in der Großen Hamburger Straße in Berlin Mitte. Die „Unendliche Ausstellung“ wird jährlich durch eine neue ortsspezifische Auftragsarbeit einer in Berlin lebenden Künstlerin ergänzt, erstmals 2023 von Judith Hopf, 2024 von Claudia Wieser und 2025 von Susan Philipsz.
Das Projekt ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 14. bis 15. November, zu dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend bei freiem Eintritt geöffnet ist.
Das Projekt von Ayşe Erkmen wird kuratiert von Gabriele Knapstein, stellvertretende Direktorin und Sammlungsleitung Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.
Die „Unendliche Ausstellung“ ist ein Projekt vom Hamburger Bahnhof realisiert mit freundlicher Unterstützung von Peppermint und den Hamburger Bahnhof International Companions e. V.
Ausstellung
Unendliche Ausstellung
Dauerausstellung
Nachrichten
Christian Boltanskis „The Missing House“ wird Teil der „Unendlichen Ausstellung“ des Hamburger Bahnhof (22.04.2025)
Neuer Beitrag von Susan Philipsz zur „Unendlichen Ausstellung“ ab 13. Juni 2025 (11.06.2025)
Neuer Beitrag von Claudia Wieser zur „Unendlichen Ausstellung“ ab 7. Juni 2024 (05.06.2024)
Pressemitteilung
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Christian Boltanski: The Missing House
Website: Unendliche Ausstellung