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Museum Europäischer Kulturen startet in den Griechischen Monat

14.08.2018
Museum Europäischer Kulturen

Über 450 Gäste feierten am Donnerstag die Eröffnung der 15. Europäischen Kulturtage „Thessaloniki. Facetten einer Stadt“. Vier Wochen lang steht die zweitgrößte Stadt Griechenlands nun im Fokus des Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Dahlem, wo eine Fotoausstellung und das dichte Veranstaltungsprogramm dazu einladen, die Stadt in ihrer Vielschichtigkeit kennenzulernen.

Das Programm steht ganz im Zeichen der Metropole, die wie kaum eine andere für europäische Kulturgeschichte zwischen Orient und Okzident und Multikulturalität steht. Seit jeher ist Thessaloniki Ankunfts- und Abschiedsort für Migrantinnen und Migranten. Auch heute ist die Universitäts-, Messe-, Kultur-, Industrie- und Hafenstadt Anlaufpunkt für Flüchtlinge, beispielsweise aus Syrien. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt die Stadt zudem als „Jerusalem des Balkans“, bis die deutschen Besatzer die jüdischen Bewohner und die jüdische Kultur nahezu auslöschten.

Fotoausstellung

Die Fotoausstellung „Thessaloniki. Looking at time through moments: photographs 1900–2017" zeigt die gesellschaftliche Vielfalt der Stadt über die Zeiten hinweg. 50 chronologisch gehängte Fotografien laden zu einer Zeitreise ein, bei der die Entwicklung der Stadt nachvollzogen werden kann. Dabei fungieren die Aufnahmen als Zeitdokumente ebenso wie als Momentaufnahmen des Alltags, denn die Stadtansichten leben von den auf ihnen abgebildeten Menschen.

Veranstaltungsprogramm

Das Veranstaltungsprogramm vertieft die Themen der Ausstellung und widmet sich historischen wie auch aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Zusammenhängen.

So nimmt das moderierte Gespräch „Salonica – Erinnerungen an das untergegangene ‚Jerusalem des Balkans‘“ das dunkle Kapitel der Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in den Blick. An den Dienstagen werden in Kooperation mit Hellas Filmbox aktuelle Griechische Filme präsentiert. Nach einer Einführung darf hier im Anschluss diskutiert werden.

Die Lesung „Griechische Literatur non stop“ in Kooperation mit Edition Romiosini zeigt den literarischen Reichtum Thessalonikis.

Auch der Umgang der Stadt mit der verheerenden Finanzkrise darf als aktuelles Thema natürlich nicht fehlen. So werden in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung bei „Solidarität in Zeiten der Krise“ Initiativen der Solidarität und Selbsthilfe vorgestellt.

Ein weiteres Highlight wird schließlich die von Athanasios Bililis live am Klavier begleitete Filmkompilation aus Funden des Kinofilmarchivs und historischer Meldungen. Hier wird das das Thessaloniki der 1911er bis 1980er Jahre anschaulich.

vollständiges Veranstaltungsprogramm der Europäischen Kulturtage  

MEK-Projekt in Kooperation

Die Europäischen Kulturtage 2018 „Thessaloniki. Facetten einer Stadt“ sind ein Projekt des MEK in Kooperation mit der Botschaft von Griechen-land in Deutschland, dem Magistrat der Stadt Thessaloniki, dem Thessaloniki Museum of Photography, der Heinrich-Böll-Stiftung in Thessaloniki, dem Zentrum Modernes Griechenland an der Freien Universität Berlin, Hellas Filmbox, dem Verein „Respekt für Griechenland e.V.“ und den griechischen Communities in Berlin wie auch dem Verein der Freunde des MEK und dem Restaurant eßkultur.