27.01.2026
Alte Nationalgalerie
Das Gemälde „Eleonore von Wilke“ von Lovis Corinth aus der Sammlung der Alten Nationalgalerie ist nach seiner Restitution an die Erben Ismar und Käthe Littmann als Schenkung an das Museum zurückgekehrt. Es wird dort im Anschluss an die Corinth-Ausstellung weiterhin zu sehen sein.
Ismar Littmann (1878–1934), Rechtsanwalt und Notar in Breslau, baute in den 1920er Jahren eine bedeutende Kunstsammlung mit Werken unter anderem von Lovis Corinth, Max Pechstein, Erich Heckel, Otto Mueller und Max Liebermann auf. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschlechterte sich seine berufliche und persönliche Situation dramatisch. Nach einem Selbstmordversuch Ende 1933 verstarb Littmann am 23. September 1934 an dessen Folgen.
Nach seinem Tod geriet die Familie in große wirtschaftliche Not. Seine Witwe Käthe Littmann und der Sohn Hans sahen sich in den folgenden Jahren gezwungen, wesentliche Teile der Sammlung zu veräußern. Auch das Gemälde „Eleonore von Wilke“ gehörte zu diesen Werken. Aufgrund von Lücken in der Provenienz ließ sich lange Zeit nicht eindeutig klären, ob es sich um einen verfolgungsbedingten Verlust handelte. Inzwischen konnten jedoch ausreichende Indizien zusammengetragen werden, die eine Restitution an die Erben rechtfertigten.
Anette Hüsch, Direktorin der Alten Nationalgalerie, betont die Bedeutung der Schenkung für das Museum: „Für die Schenkung des Gemäldes ‚Eleonore von Wilke‘ an die Alte Nationalgalerie danken wir den Erben nach Ismar und Käthe Littmann sehr. Provenienzforschung ist für uns ein wesentliches Thema, das wir in Publikationen, Ausstellungen und dauerhaften Audioguide-Spuren präsent halten. Diese Schenkung nach der Restitution ist von besonderer Bedeutung für die Alte Nationalgalerie und wird entsprechend lebendig gehalten werden.“