Holographische Arbeit „Der Hausengel“ von Cyprien Gaillard ab 26. November 2021 in der Sammlung Scharf Gerstenberg

26.11.2021
Sammlung Scharf-Gerstenberg

Vom 26. November 2021 bis zum 13. März 2022 ist in der Rotunde der Sammlung Scharf-Gerstenberg die holographische Arbeit „Der Hausengel“ des preisgekrönten Künstlers Cyprien Gaillard zu sehen. Das Werk bezieht sich auf das gleichnamige berühmte Gemälde des Surrealisten Max Ernst, das vier Jahre vor dessen Emigration nach Amerika entstand, und geht einen eindrücklichen Dialog mit den Werken Ernsts und der Dauerausstellung der Sammlung Scharf-Gerstenberg ein.

1937, ein Bild der Zerstörung: Unter dem Eindruck der damaligen Weltsituation – in Deutschland wütete der Nationalsozialismus, in Italien regierten die Faschisten und in Spanien hatten die Republikaner gerade eine schwere Niederlage im Bürgerkrieg erlitten – schuf Max Ernst die Figur des sogenannten Hausengels. Der Künstler selbst beschrieb ihn als „eine Art Trampeltier, das alles, was ihm in den Weg kommt, zerstört und vernichtet“. Insgesamt entstanden drei Versionen des Gemäldes. Die letzte und größte erhielt den zusätzlichen Titel „Der Triumph des Surrealismus“ und diente Cyprien Gaillard als Ausgangspunkt für eine weitere, vierte Fassung des Hausengels. 

2019, anlässlich der 58. Biennale von Venedig, verlieh Gaillard dem Hausengel neues Leben. Mit den Mitteln elektronischer Technik ließ er dem tobenden Monster auch auf der inhaltlichen Ebene neue Bedeutung zukommen. Das spukhaft flatternde Wesen, das sich – anders als bei Max Ernst – selbst verschlingt, um sich fortwährend selbst zu gebären, ist nur aus einer bestimmten Betrachtungsposition zu erkennen. Denn diese Epiphanie des Bösen zeigt sich nur in der Perspektive des direkten Gegenübers. Beim Beiseitetreten verschwindet der Spuk augenblicklich: Nur mehr ein Gerät ist zu sehen, ein Sirren zu hören – weiter nichts.