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Fast 13.000 Besucher*innen an den Tagen der offenen Tür in der Friedrichswerderschen Kirche

20.01.2020
Friedrichswerdersche Kirche

An den Tagen der offenen Tür am 18. und 19. Januar 2020 kamen fast 13.000 Besucher*innen in die sanierte Friedrichswerdersche Kirche. Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin hatte am Wochenende in die zuvor jahrelang sanierungsbedingt geschlossene Kirche von Karl Friedrich Schinkel eingeladen und bot begleitende Führungen zur Architektur- und Restaurierungsgeschichte der Kirche an.

In insgesamt vier Restauratorenführungen berichtete Diplomrestaurator Gottfried Grafe über den Wiederaufbau der Kirche und die restauratorischen Maßnahmen im Laufe der Zeit. Jeweils im Anschluss daran beantworteten Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie, und Yvette Deseyve, Kuratorin für Skulptur an der Alten Nationalgalerie, die Fragen der Besucher*innen zur Sammlung der Nationalgalerie und zur zukünftigen Ausstellung.

Ralph Gleis zeigte sich begeistert: "Mit fast 13.000 Besuchern waren die Tage der offenen Tür ein voller Erfolg! Das große Interesse hat gezeigt, dass die Friedrichswerdersche Kirche noch immer ein Sehnsuchtsort vieler Berlinerinnen und Berliner sowie Touristen ist. Als einzig original erhaltener kirchlicher Innenraum Schinkels bietet der Besuch der Friedrichswerderschen Kirche ein einmaliges Erlebnis. Ab Herbst wird in der großgartigen Raumschöpfung des 19. Jahrhunderts auch wieder die Bildhauerei des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie präsentiert werden."

Neue Ausstellung ab Herbst 2020

Wie vor der Schließung 2012 kann die Friedrichswerdersche Kirche nun wieder als Dependance für die Präsentation von Skulpturen der Alten Nationalgalerie genutzt werden. Eine neu konzipierte Ausstellung zu Bildhauerwerken aus dem Bestand der Nationalgalerie von der Schinkel-Zeit bis zum Kaiserreich wird im Herbst 2020 eröffnet. Bis dahin werden jeden 2. und 4. Sonntag im Monat öffentliche Führungen angeboten.

Die Friedrichswerdersche Kirche

Die Friedrichswerdersche Kirche wurde von Karl Friedrich Schinkel geplant und von 1824 bis 1830 – nahezu zeitgleich mit seinem Alten Museum – erbaut. Zunächst in klassizistischer Ausführung gedacht, beugte sich Schinkel den Wünschen des Kronprinzen Friedrich Wilhelm der ein Gotteshaus in „altdeutschem“, das heißt neogotischem Stil vorzog. Nach Fertigstellung der Kirche wurde sie von der deutschen und der französischen Gemeinde der Evangelischen Kirche in Preußen genutzt. Schwere Schäden im Zweiten Weltkrieg machten eine aufwändige Sanierung in den Jahren 1979 bis 1986 erforderlich.

Die Wiederöffnung und erstmalige Nutzung als Museumskirche erfolgte schließlich anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987. Seit 2012 war das Kirchengebäude nur noch von außen erlebbar, da das Entstehen neuer Bauwerke in unmittelbarerer Nachbarschaft gravierende Schäden verursacht hatte und eine aufwändige, jüngst abgeschlossene Instandsetzung und Restaurierung nach sich zog. Die Friedrichswerdersche Kirche ist der einzige in der Berliner Innenstadt erhaltene Kirchenbau Schinkels, dessen Fassade und Innenraum heute noch dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprechen.