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Codex Hammurapi bis 7. April 2024 im Bode-Museum

01.03.2024
Münzkabinett

Als Botschafterin des Vorderasiatischen Museums ist die Hammurapi-Stele bis zum 7. April 2024 in der Ausstellung „Ius in nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger“ im Bode-Museum auf der Museumsinsel erstmals nach der vorübergehenden Schließung des Pergamonmuseums wieder öffentlich zu sehen. Eine der ältesten und prominentesten Rechtskodifikationen trifft in der Ausstellung auf die Jahrtausende später erfundene Medaillenkunst als ebenfalls ergiebige Quellengruppe der Rechtsgeschichte.

Die Hammurapi-Stele wurde um 1200 v. Chr. als Kriegsbeute aus Babylonien in die etwa 350 km entfernte elamische Hauptstadt Susa verschleppt und dort 1901 von französischen Ausgräbern wiederentdeckt. Auf dem Relief ist König Hammurapi (1792‒1750 v. Chr.) vor dem Sonnengott ‒ und Gott der Gerechtigkeit ‒ Schamasch zu sehen, der ihm den Stab und den Ring als Insignien der Macht übergibt. Die erhaltenen 282 Paragraphen unter dem Bildfeld behandeln unter anderem Eigentumsdelikte, Gewaltverbrechen, Ehe- und Erbrecht.

Dabei sind die Parallelen zum Alten Testament unverkennbar, denn in beiden Texten ist das sogenannte Talionsrecht fest verankert. So findet sich zum Beispiel die Wendung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Exodus 21, 23–25) bereits im Paragraphen 196 des Codex Hammurapi: „Wenn ein Bürger das Auge eines (anderen) Bürgers zerstört hat, so soll man sein Auge zerstören“. Der Codex Hammurapi legte elf Jahrhunderte vor dem Auftauchen des Münzgeldes auch Preise und Werte fest und ist nicht zuletzt eine wertvolle Quelle zur vormünzlichen Geldgeschichte.

Die Ausstellung „Ius in nummis“

Bei „Ius in nummis“ handelt es sich um die weltweit erste Ausstellung zum Thema Recht und Gerechtigkeit im Medium der Medaille. In der Ausstellung ist eine Objektauswahl aus der Sammlung Thomas Würtenberger zu sehen. Diese umfangreiche Schenkung wird seit 2023 im Münzkabinett verwahrt und umfasst über 3.100 Objekte. Von den Zehn Geboten bis zu den Menschenrechten eröffnet sich dabei ein weites Panorama der Inszenierung von Recht.

Viele ihrer Themen begegnen in der Ausstellung im Medaillenrund. Es gibt aber durchaus weitere Anknüpfungspunkte zur Numismatik. Legitimation und (Selbst-)vergewisserung sind auf Münzen und Medaillen – wie im Falle des Codex Hammurapi – eine zentrale Botschaft. Um die Münzprägung und damit um eine Form des Geldes geht es in der Dauerausstellung des Münzkabinetts. Als Medien gehören Codex, Münze und Medaille zu den mannigfaltigen Facetten der Bildhauerei.

Ius in nummis
26.05.2023 bis 07.04.2024


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