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Bildungsprogramm Kulturgeschichten - Bundesweites Bildungsprogramm zur Förderung kultureller Bildung zum Thema islamische Kunst

02.02.2015
Pergamonmuseum

Am Freitag, dem 30.1.2015 fand im Mschatta-Saal des Pergamonmuseums ein Pressegespräch zum Projekt "Bildungsprogramm Kulturgeschichten" statt. Mit dem Projekt möchten die Staatlichen Museen zu Berlin die kulturelle Bildung zum Thema Islamische Kunst fördern. Partner des Projektes sind die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Bahcesehir Universität Istanbul, die BAU International Berlin und Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e.V. (Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Weber, seit 1. Dezember 2011).

Das Museum für Islamische Kunst initiierte im Dezember 2011 das Bildungsprogramm Kulturgeschichten aus der islamischen Welt. Zudem bietet das Referat Bildung, Vermittlung, Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin umfangreiche museumspädagogische Angebote und Veröffentlichungen für ein breites Spektrum von Museumsbesuchern an. Intention des Bildungsprogramm Kulturgeschichten ist es, die Bildungsarbeit des Museums zur islamischen Kunst und Kultur auch außerhalb seiner räumlichen Grenzen zu erweitern und mit zielgruppen-spezifischen Medien an unterschiedlichen Orten zu verankern. Ziel ist es, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und damit die bewusste Begegnung mit anderen Kulturen zu fördern, Berührungsängste abzubauen und zum Verständnis zwischen den Kulturen beizutragen.

Das Bildungsprogramm Kulturgeschichten verfolgt zwei Hauptziele:

- Die Vermittlung von offenen, hybriden Kulturbildern anhand von Kunst, Architektur und Archäologie für die Entwicklung der nicht primär religiös, sondern kulturhistorisch hinterlegten Fremd- und Selbstwahrnehmung von Individuen und sozialen Gruppen.

- Die Untersuchung und Erarbeitung von Vermittlungsformaten, die den Informationsbedürfnissen und der Mediennutzung spezifischer Ziel- und Altersgruppen angepasst sind und somit auch angenommen werden.

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen des Bildungsprogramms die Unterrichtsmaterialien "Kulturgeschichten aus dem Museum für Islamische Kunst" für die 5. und 6. Klassenstufen in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften entwickelt und veröffentlicht. Heute werden die Materialien bundesweit an ca. 600 Schulen im Unterricht eingesetzt. Seit Mai 2013 wird das zweite Projekt, die "Kulturgames", zur Erstellung einer Online Lern- und Spielplattform in Zusammenarbeit mit den Fakultäten und Studierenden der Bahcesehir Universität und der BAU International Berlin durchgeführt.

Das Projekt ist eine erstmalige Kooperation zwischen einer türkischen Universität und einem deutschen Museum im Bereich kulturelle Bildung und hat bei schon jetzt erkennbarem erfolgreichem Wirken Vorbildcharakter. Die Lehrkräfte und die Studierenden der Universität in Istanbul bereiten im Rahmen des akademischen Kalenders ein Internetportal mit diversen Medien, wie Games, Animations- und Kurzfilmen, für die Freizeitgestaltung und kulturelle Bildung von Kindern und Familien vor. Diese Medien können die Lehrkräfte der Klassenstufen 4 bis 7 auch im Unterricht einsetzen.

Das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin ist eine der ältesten und bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst weltweit. Im Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel werden in originale Werke aus dem facettenreichen Kulturerbe islamisch geprägter Länder aus einem Gebiet von Spanien bis nach Indien - 7. bis 19. Jahrhundert - bewahrt. Zwar stammen die Sammlungsobjekte aus Gesellschaften, in denen die große Mehrheit der Bevölkerung muslimisch war, jedoch Seite an Seite mit Angehörigen anderer Religionen lebte und durch eine große kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt gekennzeichnet war.

Heute in einer globalisierten Welt steht das Museum für Islamische Kunst in der Pflicht, scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen und zu kritischer Reflexion über die Vergangenheit anzuhalten: Es stellt nun nicht nur besonders hochwertige, technisch aufwändige und ästhetisch starke Objekte als künstlerische Leistungen muslimisch geprägter Gesellschaften aus, sondern versteht sich auch als lebendiger Ort des Forschens und Lernens, der kulturellen Bildung und des Austausches. Somit gehört das Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum auch zu den wichtigsten Kulturinstitutionen in Deutschland, die eine positive Auseinandersetzung mit der Geschichte, Kunst und Kultur der mehrheitlich islamisch geprägten Länder ermöglichen. Aus diesem Grund ist die stetige Erweiterung seiner kulturellen Bildungsangebote für das Museum ein besonderes Anliegen.

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