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Bildungsportal „Digitales Lernen“ gegen Vorurteile und Rassismus auf der Shortlist des DigAMus-Award 2023

13.04.2023
Museum für Islamische Kunst

Das hybride Angebot „Das Bildungsportal „Digitales Lernen“ gegen Vorurteile und Rassismus“ des Museums für Islamische Kunst wurde aus insgesamt über 140 eingereichten Projekten in der Kategorie „Hybrides Angebot (online und offline werden verknüpft)“ auf die Shortlist des DigAMus-Award 2023 gewählt.

Bildungsportal „Digitales Lernen“ gegen Vorurteile und Rassismus

Islam im Unterricht: Vielfältig statt stereotyp! Islam als Unterrichtsthema überfordert Lehrkräfte oft und ist mit vielen Stereotypen belastet. Das neue digitale Bildungsportal des Museums für Islamische Kunst ändert das!

Die kostenfreien Materialien bringen ein vielfältiges Islambild ins Klassenzimmer und machen die historisch gewachsenen transkulturellen Verflechtungen zwischen Europa und der islamisch geprägten Welt erlebbar. Ergänzt wird das digitale Angebot durch analoge und digitale Workshops für Schulklassen, Fortbildungen, ein historisches Adventure Game und die Toolbox „Gemeinsame Zukunft“.

Damit will das Museum einen Beitrag zu einer wertschätzenden, inklusiven Gesellschaft leisten und populistischen wie auch extremistischen Narrativen entgegenwirken. Unter Mitwirkung von Lehrkräften, Künstler*innen und Partnern wie dem Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut sind verschiedene Formate für unterschiedliche Bildungsakteur*innen entstanden, die im Bereich „Digitales Lernen“ des übergeordneten „Online-Portals Islamic·Art“ zu finden sind.

Gefördert wurde das Projekt unter dem Titel „Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Alwaleed Philanthropies.

DigAMus-Award

Die Preisverleihung, bei der die Gewinnerprojekte verkündet werden, findet im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes am 9. Mai 2023 in Osnabrück statt. Die Teilnahme an der Preisverleihung ist kostenfrei und auch digital als Stream möglich.

Der DigAMus-Award zeichnet besonders gelungene digitale Angebote an Museen im deutschsprachigen Raum aus und bietet für den Museumssektor eine wichtige Quelle der Inspiration und Reflexion. Darunter fallen all jene Angebote, die sich an Besuchende von Museen und anderen GLAM-Institutionen richten und dabei digitale oder aber hybride (digitale und analoge) Vermittlungstools verwenden.

Stimmen zum Bildungsprojekt

Europa in der einen Ecke, die Islamische Welt weit weg in der anderen? Die Vorstellung stimmt heute nicht und war auch vor Jahrhunderten schon falsch. Trotzdem hält sie sich hartnäckig in den Köpfen und bildet den Nährboden für Diskriminierung. Genau hier setzt das Bildungsprojekt „Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft“ des Museums für Islamische Kunst an. Durch seine Unterrichtsmaterialien macht es transkulturelle Verflechtungen sichtbar, stellt falsche Vorstellungen von Fremdheit und Zugehörigkeit infrage und hilft so dabei, diskriminierende Einstellungen abzubauen.

Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung

Für viele Lehrkräfte ist das Thema Islam im Unterricht eine Herausforderung. Wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Unterrichtsmaterialien, die sich ohne großen Aufwand auch digital und für verschiedene Fächer einsetzen lassen – das ist genau das, was wir als Pädagog*innen brauchen, um auch mit solchen Themen sicher umgehen zu können, die mit Stereotypen belastet sind.

Abdurrahman Kulaç, Lehrer für Geschichte, Politik, Geografie, Ethik und Biologie an der Wolfgang-Borchert-Schule in Berlin-Spandau

In den Schulbüchern liegt, wenn es um das Thema Islam geht, der Fokus weitgehend auf Extremismus und Terrorismus. Dabei ist es wichtig für das Zusammenleben, dass Kinder und Jugendliche auch das normale Leben des Islam – den Alltag, die Kunst und die Wissenschaften – kennenlernen. Wissen darüber kann gefährlichen Polarisierungen entgegenwirken. Es ist die Grundlage für ein friedliches Miteinander.

Professorin Riem Spielhaus, Leiterin der Abteilung Wissen im Umbruch im Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut