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Bewegungsmelder Nr. 24: Frau ≠ Mutter?!

13.03.2024
Museum Europäischer Kulturen

Im Bewegungsmelder zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) Sammlungsobjekte sowie Leihgaben zu aktuellen Themen, die Menschen in Europa bewegen. Aus Anlass des Internationalen Frauentags am 8. März beschäftigt sich der 24. Bewegungsmelder damit, wie sich die Rolle von Frauen und Mutterschaft in der Gesellschaft verändert hat. Der Bewegungsmelder ist im Foyer des MEK zu sehen.

„Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen.“

Dieser Satz, der oft Ernest Hemmingway zugeschrieben wird, ist bekannt als „die traurigste, kürzeste Geschichte, die je geschrieben wurde“. Wie die besagten Babyschuhe wurde die hier zu sehende Kinderjacke nie getragen. Eine traurige Geschichte? Mit Sicherheit können wir dies nicht sagen. Trotzdem – Kinderlosigkeit wird von vielen Menschen als ein bedauernswerter, tragischer Umstand bewertet.

Kampf für ein kinderloses Leben

Reproduktive Rechte, wie das Recht auf die Wahl eines kinderlosen Lebens, waren ein zentrales Thema für die Frauenbewegung der 1970er Jahre. Verhütungsmittel wurden immer einfacher zugänglich. Die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist aber bis heute weltweit stark reguliert. Einigen Frauen wurde und wird die Entscheidung für eine Mutterschaft systematisch verwehrt. Die Zwangssterilisierung von Frauen mit Behinderung zur Zeit der NS-Diktatur ist hierfür ein besonders dunkles Beispiel – in weiten Teilen Europas ist dies aber auch heute noch legal. Andere Frauen kämpfen dafür, sich für ein kinderloses Leben entscheiden zu dürfen. Gleichzeitig betonen konservative und fundamentalistische Gruppen und politische Parteien heute erneut, dass Mutterschaft die Pflicht von Frauen sei.

Kinderfrei leben

Kinderlose Frauen werden regelmäßig mit gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert. In den letzten Jahren haben einige von ihnen begonnen, den Begriff „kinderfrei“ zu verwenden – um zu betonen, dass es sich um eine bewusste Entscheidung und keinen Mangel handelt. Kinderfrei lebende Frauen sehen sich Vorwürfen ausgesetzt, Kinder zu hassen, egoistisch oder karrierefixiert zu sein.

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März möchten wir mit diesem Bewegungsmelder fragen, inwiefern sich das Verständnis der Rolle von Frauen in der Gesellschaft mit Bezug auf Mutterschaft gewandelt hat. Ist die Entscheidung für ein kinderfreies Leben inzwischen wirklich gesellschaftlich akzeptiert?