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Bewegungsmelder Nr. 22: Atomkraft – nein danke?

10.02.2023
Museum Europäischer Kulturen

Im Bewegungsmelder zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) Sammlungsobjekte sowie Leihgaben zu aktuellen Themen, die Menschen in Europa bewegen. Der 22. Bewegungsmelder beschäftigt sich mit der Debatte über die Atomkraft. Bis Sommer 2023 ist dieser Bewegungsmelder im Foyer des MEK zu sehen.

Der Ausstieg Deutschlands aus der Produktion von Atomstrom war auf Beschluss der Bundesregierung für Januar 2023 geplant. Der gegenwärtige Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise haben dies verhindert. Jetzt ist der 15. April 2023 Stichtag. Aufgeschoben! Aufgehoben?

Die Großproduktion von Atomenergie begann in den 1950er Jahren. Sie wurde als Hoffnungsträger der Zukunft gefeiert.

Zurzeit deckt sie 25 Prozent des Energiebedarfs in der Europäischen Union (EU), in Frankreich sogar 70 Prozent. Dort allein steht die Hälfte der 110 EU-Atomkraftwerke.
14 EU-Staaten verzichten dagegen ganz auf sie.

Der vollständige Verzicht auf Atomstrom war schon immer die Forderung der bis heute aktiven Anti-Atomkraft-Bewegung. Sie etablierte sich in den 1970er Jahren durch Aktionen von Aktivisten und als Bürgerprotest und benannte schon vor den Nuklearkatastrophen von Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) die bis heute ungelösten Probleme für Mensch und Natur: Reaktorunsicherheit und radioaktiver Müll bleiben als Erbe für Jahrtausende.

Energiemangel und Klimawandel feuern jetzt die Diskussionen um die Atomkraft als „sauberer“ Energie wieder an.