Bewegungsmelder Nr. 18: Protest und Solidarität

26.07.2021
Museum Europäischer Kulturen

Im Bewegungsmelder zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) Sammlungsobjekte sowie Leihgaben mit Bezug zu aktuellen Themen. Der 18. Bewegungsmelder beschäftigt sich mit der Solidaritätsbewegung für Geflüchtete #leavenoonebehind. Er entstand in Kooperation mit dem Masterstudiengang Museumsmanagement und -kommunikation der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) und beleuchtet Protestaktionen gegen die menschenunwürdige Unterbringung von geflüchteten Menschen in Lagern an den europäischen Rändern. Bis Ende Oktober 2021 ist dieser Bewegungsmelder im Foyer des MEK zu sehen. 

„#leavenoonebehind“: Dieser Hashtag taucht seit Anfang des Jahres 2020 vermehrt in den Sozialen Medien auf. Zahlreiche Hilfsorganisationen wie auch Privatpersonen protestieren hiermit dafür, überfüllte Lager für geflüchtete Menschen sofort zu evakuieren und die Seenotrettung auf dem Mittelmeer zu legalisieren.

Proteste nach dem Brand in Moria  

Im Lager in Moria auf der griechischen Insel Lesbos waren Geflüchtete unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht. Die fortschreitende Corona-Pandemie verschlimmerte die Situation zusätzlich. Am Abend des 8. September 2020 brannte das Lager komplett aus. Aus diesem Grund rief die Hilfsorganisation Seebrücke e. V. für den 20. September 2020 zu europaweiten Protestaktionen auf. Auch in Berlin kamen über 11.000 Menschen zusammen und setzten sich unter dem Slogan „Wir haben Platz!“ für europäische Solidarität mit Geflüchteten ein.

Studierenden-Projekt zu Solidaritätsbewegungen

Dieser Bewegungsmelder ist von Studierenden des Masterstudiengangs Museumsmanagement und -kommunikation der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) gestaltet worden. Ein Jahr lang untersuchten sie lokale Proteste in Berlin, internationale Bewegungen in Europa sowie globale Umwelt- und Klimaschutzdemonstrationen. Die Corona-Pandemie beeinflusste das Projekt stark: Die Ergebnisse sind in einer digitalen Ausstellung veröffentlicht und auch die analogen Ausstellungsinhalte können erst mit zeitlicher Verzögerung präsentiert werden. Doch auch wenn die aktuelle Lage für flüchtende und geflüchtete Menschen immer seltener Thema in der öffentlichen Berichterstattung ist, so bleibt die Problematik weiterhin gegenwärtig. 

Unterschiedliche Hilfsmöglichkeiten, weitere Informationen zum Thema und alle Inhalte der Ausstellung gibt es unter: www.laboratoryofdreams.net