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Bereits 100.000 Besucher*innen bei „Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus“

16.08.2019
Alte Nationalgalerie

Am 16. August 2019 wurde Ji Yong-Sung als 100.000. Besucherin der Ausstellung „Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus“ in der Alten Nationalgalerie empfangen. Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September 2019 zu sehen.

Am heutigen Freitag konnte Ji Yong-Sung aus Bergisch-Gladbach bei Köln von Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, und Ralph Gleis, Leiter der Alten Nationalgalerie und Kurator der Ausstellung, als 100.000 Besucherin der Ausstellung „Gustave Caillebotte. Maler und Mäzen des Impressionismus“ begrüßt werden. Sie und ihr Mann waren von Caillebottes Impressionismus-Ikone „Straße in Paris, Regenwetter“ von 1877 beeindruckt, die in der Schau von zahlreichen Vorstudien des Künstlers und der Impressionisten-Sammlung der Alten Nationalgalerie eingerahmt wird. Caillebottes großformatiges Hauptwerk war in Europa bislang nur selten, in Berlin noch nie zu sehen und wurde vom Art Institute of Chicago im Austausch gegen Edouard Manets berühmten „Wintergarten“ an die Alte Nationalgalerie entliehen.

Zur Ausstellung

Gustave Caillebotte (1848–1894) war einer der zentralen Akteure des französischen Impressionismus und gehört dennoch zu jenen Künstlern, die heute noch zu entdecken sind. Sein Ruhm gründete sich zunächst auf seine Rolle als Mäzen, während er als Maler erst spät volle Anerkennung fand.

Caillebottes zukunftsweisendes Werk „Straße in Paris, Regenwetter“ mit seinen nahezu lebensgroßen Figuren und der unkonventionellen Perspektive wurde 1877 auf der dritten Impressionisten-Ausstellung präsentiert und hat bis heute nichts von seiner suggestiven Anziehungskraft eingebüßt. „Straße in Paris, Regenwetter“ steht für das Neue Sehen der Impressionisten wie auch für Caillebottes Aneignung moderner urbaner Motive. Gezielt ausgewählte Studien und Vorarbeiten zu seinem Hauptwerk lassen den Werkprozess dieses untypischen Impressionisten in der Ausstellung nachvollziehbar werden.

Die fokussierte Ausstellung in der Alten Nationalgalerie beleuchtet zugleich das Mäzenatentum Caillebottes. Der 1877 erst 29-Jährige war nicht nur das jüngste Mitglied der Impressionisten, sondern auch das aktivste dieser Gruppe. Als Mann von beträchtlichem Reichtum spielte er eine führende Rolle bei der Finanzierung und Organisation der ersten Gruppenausstellungen. Nicht selten verlieh er zu diesem Anlass Werke von Malerkollegen wie Renoir, Manet, Degas, Cezanne und Monet aus seiner eigenen Sammlung. Das intensive Netzwerk der Impressionisten, in dessen Mitte sich Caillebotte als Freund und Förderer befand, wird in der Ausstellung der Alten Nationalgalerie sichtbar. Die besondere Leihgabe aus Chicago lässt die hiesige Sammlung französischer Impressionisten neu lesbar werden, indem die zahlreichen Bezüge zwischen Caillebotte und seinen Mitstreitern aufgezeigt werden.

Caillebottes Schenkung seiner bedeutenden Sammlung an den französischen Staat verhalf dem Impressionismus trotz einiger Widerstände letztlich zur bis dahin ausgebliebenen Anerkennung durch öffentliche Sammlungen. In Caillebottes Wirken zeigt sich eine Parallele zu dem Hugo von Tschudis, des damaligen Direktors der Nationalgalerie, der eben dies zeitgleich durch seine Ankaufspolitik in Berlin realisierte.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und unterstützt durch die Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst.