Benin-Bronzen: Gespräche mit nigerianischer Delegation in Berlin

09.07.2021
Ethnologisches Museum

Im Rahmen eines vom Auswärtigen Amt organisierten Besuchs in Deutschland besichtigten die nigerianischen Partner und Sir David Adjaye, der Architekt des in Benin City entstehenden „Edo State Museum of West African Art“ (EMOWAA), am 7. und 8. Juli 2021 das Humboldt Forum und Objekte aus Benin im Depot des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin in Dahlem.

Besuch im Depot des Ethnologischen Museums

Die Gäste nahmen in Dahlem einige originale Objekte in Augenschein. Insgesamt besitzt das Ethnologische Museum rund 500 Objekte aus dem historischen Königreich Benin, davon etwa 400 sogenannte Bronzen. Die Objekte wurden zum größten Teil vom Berliner Museum am Kunstmarkt erworben, doch die meisten von ihnen wurden infolge der Eroberung Benins durch die Briten 1897 erbeutet.

In Berlin vor Ort waren H.E. Lai Mohammed, Minister of Information and Culture, H.E. Godwin Nogheghase Obaseki, Governor, Edo State, HRH Crown Prince Ezelekhae Ewuare, Prof. Abba Isa Tijani, Director General, National Commission for Museums and Monuments und Mr. Phillip Ihenacho, Director of the Board, Legacy Restoration Trust.

Lars-Christian Koch, Direktor des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, betonte: „Ich freue mich sehr, dass wir im Zuge des Besuches unsere Kenntnisse über die Bronzen vertiefen konnten. Auch für die nächsten Jahre legen wir großen Wert auf kooperative Zusammenarbeit und die Expertise der Partner in Nigeria.“

Arbeit an der Roadmap für geplante Rückgaben 2022

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, freute sich über den Besuch der Partner und blickt zuversichtlich auf die kommenden Monate:

Unser erklärtes Ziel sind substanzielle Rückgaben von Objekten aus dem historischen Königreich Benin nach Nigeria schon im Jahre 2022 – und diesem Ziel kommen wir mit jedem Gespräch einen Schritt näher, deshalb war dieser Besuch der nigerianischen Partner in Berlin so wichtig. Dieses Tempo der Gespräche müssen wir jetzt beibehalten, damit im nächsten Jahr in dem dann fertiggestellten ersten Bauteil des EMOWAA, dem sogenannten Pavillon mit speziellen Schaudepots, Ausstellungsbereichen, Studiensälen und Räumen für Begegnung und Austausch, Objekte zu sehen sein können, die sich heute noch in Berlin befinden. Die Roadmap, die 2022 zu den geplanten Rückgaben führen soll, nimmt allmählich konkrete Formen an.