Alle Museen der Staatlichen Museen zu Berlin sind bis auf Weiteres geschlossen. Es finden keine Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Bibliotheken sind weiterhin geöffnet. Weitere Informationen

ARTE-Filmpremiere „1870/71. Fotografien eines vergessenen Krieges“ und Gespräch am 9. August 2020

29.07.2020
Kunstbibliothek

„Hauptdarsteller“ des Films sind spektakuläre bislang unveröffentlichte Fotografien aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Im Anschluss an die Filmpremiere im Delphi Filmpalast sprechen die Filmemacher*innen Grit Lederer und Paul Mellenthin mit Ludger Derenthal von der Kunstbibliothek.

  • Termin: Sonntag, 9. August 2020 von 12 bis 13:30 Uhr
  • Ort: Delphi Filmpalast, Kantstrasse 12A, 10623 Berlin
  • Nach dem Film: Gespräch mit Grit Lederer und Paul Mellenthin
  • Moderation: Ludger Derenthal, Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie im Museum für Fotografie

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich. Bitte beachten Sie die aktuell gültigen, coronabedingten Sicherheitmaßnahmen auf yorck.de/corona.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit ARTE, der Kunstbibliothek, Sammlung Fotografie – Staatliche Museen zu Berlin und Delphi Filmpalast.

Über den Film „1870/71. Fotografien eines vergessenen Krieges“

Ein Film von Grit Lederer & Paul Mellenthin, ARTE/Radio Bremen 2020, 52 Min.

Die Bilder zählen zu den frühesten Kriegsfotografien überhaupt, ist die Fotografie seinerzeit noch ein neues Medium. Die Wiederentdeckung dieser Aufnahmen ermöglicht einen einzigartigen Zugang zu dem historischen Ereignis des Deutsch-Französischen Krieges, das sich in 2020 zum 150. Gedenken jährt.

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war von Otto von Bismarck provoziert worden - als Mittel zur Gründung des Deutschen Reichs im Januar 1871. Auf französischer Seite folgte dem verlorenen Krieg gegen die Preußen ein Bürgerkrieg im Inneren: der Aufstand durch die Pariser Kommune. Die Kommunarden wollten die Kapitulation Frankreichs nicht hinnehmen, in der Blutigen Maiwoche von 1871 wurde ihr Aufstand durch Hinrichtungen brutal niedergeschlagen.

Der Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker Paul Mellenthin hat in jahrelanger Forschungsarbeit die verborgenen Aufnahmen weltweit gesucht, entdeckt und analysiert. In Frankreich wie in Deutschland trifft er private Sammler, Archivare und Museumskuratoren, die ihm ihre Archive öffnen, um gemeinsam zu reflektieren: Wie unterscheiden sich die Aufnahmen der französischen Fotografen von denen der deutschen? Dienen die Aufnahmen einem durch das Kriegsgeschehen entflammten Patriotismus oder legen sie schlichtweg Zeugenschaft ab?

Die hochdramatischen Ereignisse des Deutsch-Französischen Krieges sowie der Pariser Kommune zeigen die Fotografien eindrücklich. Erstmalig werden sie in einer Filmdokumentation einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt: Die Aufnahmen beeindrucken durch ihre Schönheit wie Grausamkeit und stellen so die aktuelle wie grundsätzliche Frage nach der Darstellbarkeit des Krieges.

Ausstrahlung auf ARTE: Dienstag, 18. August 2020 um 22:50 Uhr