Ankunft der Höhlenkuppel der ringtragenden Tauben im Humboldt Forum

18.06.2018
Humboldt Forum

Am Donnerstag 14. Juni 2018 zog die Kuppel der „Höhle der ringtragenden Tauben“ aus dem Museum für Asiatische Kunst ins Humboldt Forum ein. Mit der Kuppel befindet sich nun das erste Großobjekt des Museums für Asiatische Kunst im wiederaufgebauten Berliner Schloss, welches ab Ende 2019 eröffnet werden soll.

Monatelang wurde die zwei Tonnen schwere Kuppel auf den Transport vorbereitet. Der Restaurator Holger Manzke entwickelte eine, für die Kuppel spezielle Verkleidung, um sie bestmöglich zu schützen. Durch eine Polsterung, die von innen gegen die Malereien drückt, wird verhindert, dass abgelöste Teile abfallen. So könnten bei dem Entfernen der Polster lockere Teile sofort wieder gefestigt werden. Verpackt in diese spezielle Polsterung und in eine Holzkiste erreichte die Kuppel der „Höhle der ringtragenden Tauben“ das Humboldt Forum. Um mit dem Fahrstuhl in das dritte Obergeschoss zu gelangen, musste die Holzverkleidung abgenommen werden, da nur eineinhalb Zentimeter Platz zwischen der Kuppel und dem Fahrstuhlrand blieben. Die Kuppel befindet sich nun in dem späteren Ausstellungsraum im Humboldt Forum, wo sie auf den rekonstruierten Unterbau der Höhle gesetzt und vorsichtig ausgepackt wird.

Die Höhle wird ins 5./6. Jahrhundert datiert und besitzt wissenschaftlichen Weltrang. Im Jahr 1902 gelangte sie von der Turfan-Region am Rand der Taklamakanwüste, im Gebiet des heutigen China, nach Berlin. Das Forschertrio Albert Grünwedel, Theodor Bartus und Albert von Le Coq fand die Höhle in einem einzigartigen System aus hunderten von Kulthöhlen, die zum Teil mit aufwändigen buddhistischen Malereien verziert waren. 1914 entschließen sich die Expeditionsteilnehmer dazu mehrere Wandmalereien aus der Höhle nach Deutschland zu schicken.  In gewissem Maße eine Rettungsaktion, denn in der Kucha Region waren die Menschen ab dem 11. Jahrhundert zunehmend Muslime und interessierten sich nicht mehr für buddhistische Pilgerorte, weshalb es zu Verfall und Zerstörung kam.

Mit dem Humboldt Forum entsteht Ende 2019 ein neues kulturelles Stadtquartier in der Mitte Berlins. Durch das Zusammenführen herausragender Sammlungen mit bedeutenden Exponaten, darunter Objekten und Kunstwerken aus dem Museum für Asiatische Kunst und dem Ethnologischen Museum regt das Humboldt Forum zu neuen Erkenntnissen über die Welt von gestern, heute und morgen an. Akteure im Humboldt Forum sind federführend die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kulturprojekte Berlin und das Stadtmuseum Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin.