Ägyptisches Museum und Papyrussammlung: Projektpartner bei der Einrichtung des Echnaton-Museums nahe Amarna

22.11.2019
Neues Museum

Das Ägyptische Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin engagiert sich bei Einrichtung des Echnaton-Museum in el-Minja. Unterstützt von der Museumsagentur der Bundesregierung und gemeinsam mit weiteren Partnern wird das ägyptische Kuratorenteam des Echnaton-Museums in der Phase der Museumseinrichtung begleitet.

Eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichneten Hermann Parzinger und der Botschafter der Arabischen Republik Ägypten, Khaled Galal Abdelhamid, in Vertretung für das Supreme Council of Antiquities und seinen Generalsekretär, Dr. Mostafa Wazeri am 19. November 2019. Für die deutsche Seite hat auch der Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes in Berlin, Andreas Görgen, teilgenommen, der das Projekt umfassend unterstützt.

Das Akhenaton-Museum (Echnaton-Museum)

Seit 2002 entsteht im ägyptischen el-Minja in Mittelägypten, rund 250 km südlich von Kairo, das Akhenaton-Museum (Echnaton-Museum). Die Ägyptischen Museen in Hildesheim und Berlin sind seit Jahren mit großem Engagement beteiligt. Nun sollen für den Innenausbau und die Ausstellungsarchitektur in Minja unter deutscher Leitung auch finanzielle Mittel der Bundesregierung fließen. Damit wird ein neues Kapitel partnerschaftlicher Kooperation auf dem Museumssektor zwischen beiden Ländern aufgeschlagen, das alle Stufen eines musealen Neubaus bis zur Vollendung begleiten wird.

Das Akhenaton-Museum (Echnaton-Museum) liegt rund 50 Kilometer von Tell El-Amarna entfernt, der Fundstätte zahlreicher Objekte der Amarna-Zeit. Es wird sich hauptsächlich der 17-jährigen Herrschaftsperiode unter Pharao Echnaton und dessen Gattin Nofretete widmen. Das Museum soll nach derzeitigem Stand Ende 2022 eröffnen und wird dann neben dem Grand Egyptian Museum in Giza, dem Nationalmuseum am Tahrir und dem National Museum of Egyptian Civilization in Al-Fustat eines der größten Museen in Ägypten sein. Das neue Ausstellungskonzept des Museums wurde 2015 vom Direktor des Museums, Dr. Ahmed Hemeda, in Zusammenarbeit mit dem Architekten Noel McCauley (Duncan McCauley & Co. KG) und Friederike Seyfried, der Direktorin des Ägyptischen Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, sowie der Direktorin des Roemer-Pelizaeus Museum Hildesheim, Prof. Dr. Regine Schulz, und der damaligen Leiterin der Museumsabteilung im ägyptischen Antikenministerium, Frau Elham Salah Edin, entwickelt.

Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit

Friederike Seyfried, Direktorin des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, begrüßt die Vereinbarung zur Zusammenarbeit:  „Ich freue mich, dass wir die Kollegen aus el-Minja auf dem Weg zur Vollendung des Echnaton-Museums begleiten können. Wir pflegen mit ihnen aufgrund der großen Sammlung von Objekten aus der Amarna-Zeit, die wir in Berlin betreuen, darunter auch die Büste der Nofretete, schon lange intensiven Austausch. Gerade vor diesem Hintergrund empfinden wir auch generell eine besondere Verpflichtung bei der Unterstützung solcher Projekte in Ägypten. Wir arbeiten mit unseren ägyptischen Kollegen auf den unterschiedlichsten Gebieten zusammen. Dazu gehören etwa auch zahlreiche Stipendien- und Ausbildungsaufenthalte von ägyptischen Museumsmitarbeitern an unserem Haus. Dieses partnerschaftliche und kollegiale Miteinander ist für beide Seiten ein großer Gewinn. Über Museumsplanung und -verwaltung hinaus kooperieren wir auch im Bereich der Archäologie: Die seit 2015 laufende Rettungsgrabung in Qubbet el-Hawa ist die erste unseres Hauses seit über 100 Jahren in Ägypten.“

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, würdigt die enge Verbindung zwischen den Museumslandschaften beider Länder: „Schon 2013 haben wir einen ersten „Letter of Intent“ mit der Ägyptischen Antikenverwaltung unterzeichnet. Auf dieser Grundlage hat sich unsere Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten verfestigt. Das hängt natürlich auch mit den exzellenten Verbindungen und dem profunden Wissen von Friederike Seyfried, der Direktorin des Berliner Ägyptischen Museums, zusammen. Ich begrüße auch sehr, dass sich die Bundesregierung dazu entschlossen hat, eine neue Agentur für internationale Zusammenarbeit einzurichten, die solche Kooperationen organisatorisch ermöglicht und unterstützt.“

Gemeinsam für die Zukunft des Ägyptischen Nationalmuseums

Darüber hinaus arbeitet das Ägyptische Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin zusammen mit Mitarbeitern des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und den ägyptischen Kollegen sowie vier weiteren europäischen Museen im Rahmen eines von der EU-Delegation-Kairo geförderten Projektes an Vorschlägen für die Zukunft des Ägyptischen Nationalmuseums.