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500. Todestag Raffaels: Publikation zu den verschollenen Tapisserien und Katalog "Raffael in Berlin"

06.04.2020

Am 6. April 2020 jährt sich der Todestag Raffaels zum 500. Mal. Aus diesem Anlass geben die Staatlichen Museen zu Berlin eine Publikation heraus, die die Geschichte der Raffael-Tapisserien erforscht, die bis zum Zweiten Weltkrieg im Bode-Museum ausgestellt waren und seitdem als verschollen gelten. Zu Ehren des Meisters der italienischen Renaissance wird zudem der Katalog „Raffael in Berlin“ mit den Madonnenbildern der Gemäldegalerie und Raffael-Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen.

„Auch während der aktuell notwendigen Schließung unserer Museen müssen unsere Besucherinnen und Besucher nicht auf die Meisterwerke des großen Raffael verzichten“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und Direktor von Gemäldegalerie und Skulpturensammlung. „Während die Publikation „Apostel in Preußen" der spannenden Geschichte der verschollenen Raffael-Bildteppiche nachgeht, die bis zur kriegsbedingten Räumung der Berliner Museen 1939 zu den Publikumsmagneten der Museumsinsel zählten, können mit dem Katalog „Raffael in Berlin" die berühmten Madonnenbilder sowie das zeichnerische Werk dieses Genies der italienischen Renaissance auch von zu Hause aus bewundert werden. Mehr zu Raffael, aber auch zu allen anderen Sammlungshighlights und Standorten der Staatlichen Museen zu Berlin finden Sie selbstverständlich online auf unserer Website.“

Verschollene Tapisserien des Bode-Museums 

Ab 1515 arbeitete Raffael an einem Bilderzyklus für Teppiche in der Sixtinischen Kapelle, der das Wirken der Apostel Petrus und Paulus zum Thema hatte. Neun der nach diesen Vorlagen entstandenen großformatigen Bildteppiche gelangten im 19. Jahrhundert aus London nach Berlin und wurden bis zu ihrem Verlust im Zweiten Weltkrieg an mehreren prominenten Orten der Museumsinsel Berlin präsentiert – zuletzt im Gobelinsaal des Bode-Museums.

Publikation „Apostel in Preußen. Die Raffael-Tapisserien des Bode-Museums“

Aus Anlass des 500. Todestags Raffaels beleuchtet die Publikation „Apostel in Preußen. Die Raffael-Tapisserien des Bode-Museums“ erstmals die Geschichte der Bildteppiche und ihre sammlungs- und kulturhistorische Bedeutung für die Berliner Museen. Die von Alexandra Enzensberger für die Staatlichen Museen zu Berlin und das Kunsthistorische Institut in Florenz – Max-Planck-Institut herausgegebene Publikation entschlüsselt mit kunsthistorischem Blick auf die Bildvorlagen deren Motive, untersucht Restaurierungsdebatten der Jahrhundertwende um die Berliner Serie und zeichnet ihre Museums- und Inszenierungsgeschichte seit dem Ankauf 1844 nach. Die Rekonstruktion einer Sonderausstellung von 1848 zeigt, welche kunst- und kulturhistorische Bedeutung den Bildteppichen zukam und vergleicht diese mit anderen Präsentationsformen in großen Galerien Europas. Erstmals werden historische Fotografien der Objekte und ihrer Ausstellungsorte wieder gezeigt.

Gobelinsaal: künftig geöffnet für Besucher*innen

Nach rund 50 Jahren Präsentation in der Rotunde des Alten Museums, wurde mit Eröffnung des Kaiser-Friedrich-Museums (heute Bode-Museum) 1904 erstmalig ein eigener Raum für die Raffael-Tapisserien geschaffen. Ursprünglich als erster Raum des Museumsrundgangs geplant und vom damaligen Direktor Wilhelm Bode „Raffael-Saal“ genannt, war er ganz den neun Raffael-Tapisserien gewidmet. Erst 1987 wurde der Raum nach Wiederinstandsetzung am Ende der DDR-Zeit in Gobelinsaal umbenannt. Dieser wird künftig – nach der Wiedereröffnung der Museen – mit verlängerten Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein und Besucher*innen weiterführende Informationen zu den verschollenen Tapisserien bieten.

Katalog der Berliner Raffael-Highlights 

Fünf berühmte Raffael-Madonnen aus der Gemäldegalerie

Der Katalog „Raffael in Berlin“ lässt die fünf berühmten Madonnenbilder der Gemäldegalerie in Dialog mit der „Madonna mit den Nelken“ aus der National Gallery in London treten und wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Er führt jenen „jungen Raffael“ vor Augen, der bei der Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 so begehrt war und verfolgt die Ausstellungsgeschichte der Berliner Raffael-Madonnen vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute.

Zeichnungen Raffaels: Schätze aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts

Ebenso stellt der Katalog die kleine, aber bedeutende Gruppe eigenhändiger Zeichnungen Raffaels aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts vor. Bei ihnen handelt es sich vor allem um Studien, die der Künstler in Vorbereitung seiner großen Gemälde auf Papier angelegt hat. Die Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Meisters zählen zu den größten Schätzen der Sammlung und führen Raffaels überragende schöpferische Bandbreite unmittelbar vor Augen. Ergänzt werden die Werke durch Zeichnungen seiner engsten Weggefährten sowie ein umfangreiches Panorama druckgraphischer Blätter, die zu Lebzeiten Raffael entstanden sind.

Kostenfreier Download 

Zum Todestag Raffaels am Montag, den 6. April 2020, bieten die Staatlichen Museen zu Berlin den Katalog „Raffael in Berlin“ kostenfrei zum Download (PDF, 3 MB) auf der Website an.

Raffael-Jubiläum im Blog und auf Social Media

Ein Blog-Beitrag von Dagmar Korbacher, Direktorin des Kupferstichkabinetts, zur anhaltenden Faszination der Werke Raffaels, rundet den Jubiläumstag ab. Die Staatlichen Museen zu Berlin kommunizieren das Raffael-Jubiläum in den Sozialen Medien mit dem Hashtag #raffaelo500 und verwenden während der Schließzeit die Hashtags #smbfromhome und #closedbutopen.

Raffael in Buchform 

Die Publikationen

  • „Apostel in Preußen. Die Raffael-Tapisserien des Bode-Museums“ (Sandstein-Verlag, 140 S., 81 Abb., ISBN 978-3-95498-509-8, Preis: 24 €) und
  • „Raffael in Berlin“ (63 S., 60 Abb., ISBN 978-3-88609-842-2, Preis: 9 €)

sind in Buchform über den Webshop der Staatlichen Museen zu Berlin erhältlich.