Cello-Sturm auf die Staatlichen Museen zu Berlin

25.09.2018

Cello-Schülerinnen und -Schüler der Berliner Musikschulen stürmen die Berliner Museumslandschaft. Die jungen Nachwuchs-Cellistinnen und -Cellisten bringen am 7. Oktober auch die Ausstellungsräume der Gemäldegalerie, des Bode-Museums und des Museums Europäischer Kulturen zum Klingen.

Der Landesmusikrat Berlin bringt im Europäischen Kulturerbejahr 2018 das flüchtige Element Musik in die Museen, die traditionelle Orte der Bewahrung von kulturellem Erbe sind. Junge Cellistinnen und Cellisten der Berliner Musikschulen, des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach und des Julius-Stern-Institut der UdK Berlin spielen am 7. Oktober  in den Ausstellungsräumen vieler Berliner Museen, darunter in drei Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Cello als europäisches Kulturerbe

Auch das Cello ist ein Teil und Repräsentant des europäischen Kulturerbes: Erfunden wurde es um 1700 in Italien und breitete sich von dort aus über ganz Europa aus. Mit süddeutschen Lautenmachern waren die die Meister in Cremona, Venedig oder Padua jahrhundertelang über technische Fragen mit Austausch. Füssen, seit dem 15. Jahrhundert Zentrum des europäischen Lautenbaus, erweiterte folgerichtig auf Streichinstrumente. Mit dem 19. Jahrhundert kamen als wichtige Zentren Markneukirchen und Klingenthal hinzu. Noch heute arbeiten dort rund 1.300 Instrumentenbauer in mehr als 100 Werkstätten.

Weit gereist wie das Instrument waren seine Lehrmeister: Als Begründer der deutschen Violoncello-Schule gilt Jean-Pierre Duport. Geboren wurde er 1741 in Paris, arbeitete als Musiker in der Chambre des Rousseau-Förderers Louis Francois de Bourbon, Prince de Conti und ging dann wie viele seiner Zeit auf Konzertreise durch Europa. Nach Stationen in England und Spanien blieb er in Berlin, Friedrich der Große verpflichtete ihn zunächst als 1. Cellisten der Königlichen Oper und Lehrer, später wurde er Oberintendant der königlichen Kammermusik, traf in dieser Eigenschaft mit Mozart und Beethoven zusammen. Letzterer schrieb 1796 in Berlin die beiden Friedrich Wilhelm II. gewidmeten Sonaten für Violoncello und Klavier op. 5. Duports Geschichte ist nur eine von vielen Musikerinnen und Musikern seiner Zeit, die ganz selbstverständlich überall in Europa zu Haus waren.

In Kooperation mit dem Landesmusikrat Berlin e. V. und Musikschulen.