50 Jahre Neue Nationalgalerie

31.08.2018
Neue Nationalgalerie

In diesem Jahr feiert die Neue Nationalgalerie ihr 50. Jubiläum. Die Architekturikone von Ludwig Mies van der Rohe eröffnete am 15. September 1968 für die Kunst der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Zum Jubiläum finden öffentliche Baustellenführungen am 15. und 16. September 2018 statt sowie eine Filmvorführung und eine öffentliche Plakat-Ausstellung am Bauzaun des derzeit sanierten Gebäudes. Zudem erscheint eine Publikation zur Ausstellungsgeschichte.

Die Neue Nationalgalerie war das letzte eigenständige Werk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969). Mit der gläsernen oberen Halle des Museums vollendete er seine langjährige Beschäftigung mit dem fließenden, offenen Raum. Kurz nach Einweihung des Baus verstarb der Architekt. So gilt die Neue Nationalgalerie mit ihrem Stahldach und in ihrer reduzierten Formensprache nicht nur als Ikone der Moderne, sondern zugleich als Vermächtnis eines visionären Baumeisters des 20. Jahrhunderts.

Das Museum an der Potsdamer Straße wurde als Standort für die Sammlung der Nationalgalerie im damaligen West-Berlin errichtet und ist heute Hauptort ihrer Bestände der Klassischen Moderne und internationalen Nachkriegsmoderne. Am 15. September 1968 wurde das Gebäude mit einer heute legendären Piet Mondrian-Ausstellung und einer großen Sammlungspräsentation im Untergeschoss feierlich eröffnet. Seit 2015 ist die Neue Nationalgalerie wegen der Grundinstandsetzung geschlossen. Zeitgleich zum Jubiläum finden die Rohbaumaßnahmen ihren Abschluss und die letzte Sanierungsphase beginnt. Die Wiedereröffnung ist für 2020 geplant.

Öffentliche Baustellenführungen am 15. und 16. September 2018

Am Samstag, den 15. und Sonntag, den 16. September 2018, laden die Staatlichen Museen zu Berlin und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) anlässlich des Jubiläums zu öffentlichen Baustellenführungen ein:

  • Samstag 14 bis 18 Uhr
  • Sonntag 10 bis 18 Uhr
  • jeweils alle 15 Minuten
  • Treffpunkt: Zugangstor Potsdamer Straße

Eine Anmeldung ist erforderlich. Leider sind alle Termine bereits ausgebucht.

Open-Air-Ausstellung 

Der derzeitige Bauzaun der Neuen Nationalgalerie wird in Form einer Open-Air-Ausstellung mit Sonderausstellungsplakaten der vergangenen 50 Jahre bespielt.

Gottesdienst für Mies van der Rohe 

Mit einer eigenen Veranstaltung beteiligt sich die Stiftung St. Matthäus am Jubiläum. Am Sonntag, 16. September, findet um 18 Uhr ein hORA-Gottesdienst für Mies van der Rohe statt. In einem Kanzeldialog werden Pastor Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, und der Architekt und Mies-Experte Fritz Neumeyer über die „Insel der Ordnung in der Stadtlandschaft“ (Neumeyer) sprechen. Ab 20 Uhr wird in der St. Matthäus-Kirche der Film „Die Neue Nationalgalerie“ von Ina Weisse (2017) gezeigt. An allen Tagen kann die Neue Nationalgalerie im Rahmen der Baustellenführungen vom Turm der St. Matthäus-Kirche von oben besichtigt werden (Eintritt frei).

Publikation zur Ausstellungsgeschichte 

Anlässlich des Jubiläums erscheint eine 350-seitige Publikation zur Ausstellungsgeschichte der Neuen Nationalgalerie mit rund 500 weitgehend unbekannten Fotografien. Vorgestellt werden Projekte von u. a. Yves Klein, Pablo Picasso, Francis Bacon, Andy Warhol, Jeff Koons, Jenny Holzer und Gerhard Richter, aber auch große Themenausstellungen wie „Kunst in der DDR“ oder „Das MoMA in Berlin“ erzählen die Geschichte des Hauses. Persönliche Erinnerungen von Udo Kittelmann, Katharina Grosse, Rem Koolhaas und anderen ergänzen den Rückblick auf die Ausstellungsgeschichte. Die Publikation der Staatlichen Museen zu Berlin wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie. Erscheinungstermin: 15. September 2018, 336 Seiten, Preis: 40 €, Bestellung online.

Symposium am 13. September 2018

Bereits am Donnerstag, den 13. September 2018, veranstaltet die Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung ein Symposium zum Schaffen Ernst Wilhelm Nays, einem der bedeutenden Maler der Klassischen Moderne. In sieben Vorträgen werden neue Forschungen zum Werk Nays vorgestellt.

Neue Galerie 

Die „Neue Galerie“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin fungiert als Dependance für die Neue Nationalgalerie während ihrer Sanierung. In wechselnden Präsentationen werden Ausschnitte zur Kunst des frühen 20. Jahrhunderts aus der Sammlung der Nationalgalerie vorgestellt. Ganz bewusst und vor dem Hintergrund der Planungen für einen Neubau am Kulturforum dient die „Neue Galerie“ der Erprobung neuartiger Sichtweisen auf die „klassisch" gewordene Moderne. Am 12. Oktober 2018 eröffnet die Sonderausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER. Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau“ über den Brücke-Künstler und Expressionisten.