Vergessene Kosmopoliten: Die unterschiedlichen Schicksale europäischer Zirkusleute nach dem Zweiten Weltkrieg

Ziel dieses Projekts ist es, in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Zirkusgemeinschaft neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs - das politische Klima, das zum Krieg führte, den Krieg selbst und seine Folgen - auf das Schicksal der europäischen Zirkusleute zu gewinnen.

Diese Menschen, die nicht nur eine wandernde Lebensweise verfolgten, sondern auch oft einer Minderheit angehörten, erlebten ständig Ausgrenzung und Rassismus und waren verschiedenen Formen der Unterdrückung ausgesetzt - von der Mehrheitsbevölkerung, einschließlich der staatlichen Behörden. Zirkusleute zeigten oft soziale und ethnische Vielfalt. Das Projekt will durch die Beteiligung dieser Community in vier Teilprojekten neue Erkenntnisse gewinnen, die einen Einstieg in ein breites Spektrum von Erfahrungen von Zirkusleuten ermöglichen sollen. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Gemeinschaft wird das Projekt:

  1. Recherchen durchführen und eine Website erstellen, auf der die Ergebnisse präsentiert werden;
  2. gemeinsam mit der finnischen Zirkuskünstlerin Pauliina Räsänen und einer Jugendtheatergruppe in Joutsa einen forschungsbasierten Performance-Act entwickeln und durchführen;
  3. ein internationales Lehrerfortbildungsseminar in Eisenstadt, Österreich, mit Mitgliedern der Zirkusgemeinschaft als Referenten organisieren; und
  4. zum Abschluss eine Ausstellung unter Anwendung von partizipativen Methoden im Museum Europäischer Kulturen (MEK) entwickeln und zeigen.

Projektkoordinierung: Centre for Nordic Studies at the University of Helsinki
Projektdauer: 1.1.2019 bis 30.4.2020