Transit-Zonen: Henning Wagenbreth in der Kunstbibliothek

17.04.2019 bis 28.07.2019
Kunstbibliothek

Die Kunstbibliothek öffnet sich für die kreativen Ideen und Perspektiven zeitgenössischer Gestaltung: Ihr Ausstellungsraum wird zur Plattform des Dialogs mit den Sammlungen und einer künstlerischen Erforschung der Bestände.

Für „Transitzone“ hat Henning Wagenbreth Inspirationsbilder und Lieblingsstücke ausgewählt, die er mit dem eigenen Werk interagieren lässt. Der Berliner Grafikdesigner und Illustrator Wagenbreth (geb. 1962) ist international bekannt durch seinen unverwechselbaren grafischen Stil: In klaren Linien und starken Farben verdichtet er Bilder zu Erzählungen, fantasievoll und präzise zugleich. Er ist selbstverständlich in digitalen Medien unterwegs, versteht jedoch die Handzeichnung und manuelle Drucktechniken als wichtige Quellen gestalterischer Originalität.

Im bunten Bildkosmos Wagenbreth wird das Hier und Jetzt präzise analysiert – als Transitzone zwischen der Zukunft und der Historie. Man trifft auf Motive aus allen Zeiten, etwa Skelette, die an mittelalterliche Totentänze erinnern, brennende Häuser wie auf alten Bilderbogen, oder einen Zombie-Napoleon, der früher als Spottfigur in Karikaturen auftrat. Auch der Tobot-Turm, eine Illustrations-Skulptur im Zentrum der Ausstellung, spielt mit Bildzitaten von Wunderkammer bis Computerspiel, Azteken bis Science Fiction, Babylon bis Metropolis.

Die Kunstbibliothek, als Museum für grafische Gestaltung und ehemalige Vorlagensammlung, ist reich an Originalen historischer Bildwelten. Aus diesem Fundus hat Wagenbreth rund 30 Bücher, Plakate, Druckgrafiken und Fotografien ausgesucht, die er den eigenen Arbeiten gegenüberstellt. Das Ergebnis ist ein frischer Blick auf allen Ebenen: Wagenbreths Illustrationen erfahren eine assoziative und semantische Erweiterung, während die Objekte aus der Kunstbibliothek ihre aktuelle Relevanz entfalten.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Es werden zudem Veranstaltungen angeboten, darunter Künstler- und Kuratorengespräche sowie ein Konzert der Band „The Mazookas“, deren Repertoire Wagenbreth musikalisch und visuell wesentlich mitgeprägt hat.

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