Design Lab #6
(How) do we (want to) work (together) (as (socially engaged) designers (students and neighbours)) (in neoliberal times)?

21.06.2020 bis 20.09.2020
Kunstgewerbemuseum

Im Rahmen des Design Lab #6 präsentiert das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin die Ausstellung "(How) do we (want to) work (together) (as (socially engaged) designers (students and neighbours)) (in neoliberal times)?". Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse eines dreiwöchigen Festivals, das unmittelbar vor der Eröffnung gemeinsam mit dem Studio Experimentelles Design der Hochschule für bildende Künste Hamburg veranstaltet wird.

Dabei stehen insbesondere diese Fragen im Mittelpunkt: Wie funktionieren kollektive und interdisziplinäre Arbeitsbeziehungen? Wie verorten sich alternative Praxen und Subjektivitäten im Kontext der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen der Arbeitsverhältnisse und Lernformen im Neoliberalismus? Wie können neue solidarische Formen der Zusammenarbeit gestaltet werden? Immerhin, so eine wichtige Arbeitshypothese für das Festival, steht auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, die von radikalen Veränderungen der Arbeitsverhältnisse weltweit gekennzeichnet ist, eine kritische Diskussion an. Das zunehmende Auseinanderklaffen der Einkommensverhältnisse, die forcierte globale Arbeitsteilung, die neoliberale Subjektivierung von Risiken und Konflikten und die Ausweitung von Prekarität auf allen Ebenen betreffen auch das Design. Konkret in den eigenen Arbeitsbedingungen wie auch im Alltagsleben all derjeniger, die als Akteur*innen oder Betroffene mit Design zu tun bekommen.

Dreiwöchiges Festival im Kunstgewerbemuseum

Im Rahmen eines dreiwöchigen öffentlichen Festivals im Kunstgewerbemuseum Berlin beschäftigt sich das Studio Experimentelles Design mit akademischer Selbstorganisation, künstlerischer Kollektivität, Life Long (Un-)learning, Carearbeit, Selbstausbeutung, Netzwerkstrukturen, dem Dilemma der Projekte-Logik, unfreiwilliger Eigenverantwortung, alternativen Ökonomien, Informalität, immaterielle Arbeit, Kunststreik, Prekarität, Entfremdung und neuen Subjektivitäten. Dafür zieht das Studio vorübergehend von Hamburg nach Berlin in einen Innenhof des Kunstgewerbemuseums um. Drei Tage die Woche wird zu öffentlichen Leserunden, Workshops, Essen, Rumhängen, Vorträgen und Schraubereien eingeladen. Gemeinsam mit Gästen, Freunden und Publikum werden Design, Arbeit und Lehre als sozial engagierte und politische Praxis diskutiert.

Das Studio Experimentelles Design

Das Studio Experimentelles Design der Hochschule für bildende Künste Hamburg praktiziert seit 2011 mit der Öffentlichen Gestaltungsberatung St. Pauli einen politisch und sozial engagierten Designansatz. Es ist der Versuch, mit gestalterischen Mitteln mit und für diejenigen zu arbeiten, die üblicherweise von Design ausgeschlossen sind. Diese kritische Design-Haltung ermöglicht und erfordert neue Arbeitsweisen.

Auseinandersetzung mit Design – Design als Auseinandersetzung

Die im Rahmen der Öffentlichen Gestaltungsberatung St. Pauli stattfindende Projektarbeit des Studios Experimentelles Design, erprobt seit vielen Jahren eine stadtteilbezogene Designunterstützung. Der hier experimentierte Designansatz und die Kooperation mit Nachbar*innen und dem sozialen Träger GWA St. Pauli verändert den Blick auf das, was Design sein sollte. Andere Auftraggeber*innen, Partner*innen und Fragestellungen bedürfen auch neuer Design-Subjektivitäten. Der Anspruch einer ressourcenschonenden und sozial verantwortlichen Gestaltung, die sich auch politisch positioniert, wird sich auch in der Art wie wir arbeiten niederschlagen. Wie können sich alternative Designpraxen etablieren und wie kann darin auskömmlich gearbeitet werden?

Offene Diskussionen, interdisziplinäre Kooperation, Kollektivität, exzessive Diskurse, studentische Selbstorganisation, Theorie-Praxis-Vermischungen oder die vielfältige Einbeziehung außerhochschulischer Initiativen und Akteur*innen sind Kennzeichen der gegenwärtigen Suche nach alternativen (Zusammen-)Arbeitsformen. Diese zu erörtern, zu entwerfen und zu erproben ist für das Studio Experimentelles Design integraler Bestandteil der Auseinandersetzung mit Design.

Die Reihe Design Lab wird gefördert durch das Kuratorium Preussischer Kulturbesitz.

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