Die Besucher des Alten und Neuen Museums in Berlin 1830-1880

Das von der DFG unterstützte Forschungsprojekt untersucht die Besucher der beiden erstgebauten Berliner Museen: das Alte Museum (1820-1830) und das Neue Museum (1841-1859) in ihren ursprünglichen musealen Inszenierungen.

Das Projekt konzentriert sich auf die Periode zwischen der Eröffnung des Alten Museums 1830 und der Ausgliederung der kunstgewerblichen, prähistorischen und ethnografischen Sammlungen aus dem Neuen Museum in den 1880er Jahren als erste gravierende Eingriffe in die ursprünglichen musealen Konzeptionen stattfanden.

Vorherige Studien haben gezeigt, dass die Museumsleiter des Alten Museums und des Neuen Museums zu Berlin von der ethisch erhebenden Funktion ihrer musealen Inszenierungen überzeugt waren. Deswegen muss das inhaltliche Ziel dieser Forschung sein, diesen hohen moralischen Anspruch systematisch zu überprüfen. Die dabei zu beantwortenden Fragen sind unter anderem: In welcher Weise wendeten die Museen sich an ihr Publikum und, in umgekehrter Richtung, bei wem und wie kamen diese Museumsarrangements überhaupt an?

Veränderungen in der Struktur des Museumspublikums zu erkennen und Wirkungsanalysen didaktischer und medialer Angebote der Museen zu entwickeln, zählt zu den aktuellen Aufgaben der Besucherforschung am IfM. Daher ist es wichtig, ein realistischeres Bild der Besucher in früheren Epochen zu bekommen als wir bislang haben, weil diese Erkenntnisse die aktuelle Besucherorientierung mit einer historischen Perspektive bereichern können. Darüber hinaus ermöglicht der historische Vergleich nicht nur eine Relativierung der heutigen Arbeit, sondern bietet gleichzeitig die Chance, diese zu reflektieren und gegebenenfalls zu optimieren.