Programmatik

Ein Haus für die Besucher*innen

Das Zentrum für kulturelle Bildung ist ein Haus für die Besucher*innen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Die ehemaligen Galerieräume wurden vom Erdgeschoss bis in die oberste Etage zu Lern-, Kommunikations- und Aktionsräumen umgestaltet. In seiner zentralen Lage bietet Haus Bastian Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen idealen Startpunkt, um in die Sammlungen der Museumsinsel auszuschwärmen und diese zu erkunden.

Die großzügigen Räume laden die Besucher*innen dazu ein, ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Fragestellungen in kreativer Form nachzubereiten, zu erweitern und zu diskutieren. Zudem bietet Haus Bastian ein Forum, um über aktuelle und zukunftsweisende Fragestellungen der Bildungsarbeit in Museen zu verhandeln.

Ein Signal

Kulturelle Bildung sowie Besucherorientierung sind Kernaufgaben der Staatlichen Museen zu Berlin. Im Ensemble mit der James-Simon-Galerie, dem im Juli 2019 eröffneten Besucherzentrum der Museumsinsel, repräsentiert Haus Bastian den Bildungs- und Vermittlungsanspruch der Institution an exponierter Lage. Die herausragende architektonische Qualität der Gebäude des Architekten David Chipperfield unterstreicht die Geste: Keine andere Kulturinstitution widmete bisher der kulturellen Bildung ein derartig prominentes Gebäude.

Schnittstelle der Museumssammlungen

Die Museumsinsel Berlin ist Ursprungsort und Herz der Berliner Museumslandschaft. An keiner anderen Stelle lässt sich die Idee, der historisch gewachsenen und enzyklopädisch sammelnden Museumseinheit besser vermitteln als im Haus Bastian. Sammlungsübergreifende Fragestellungen sowie inter- und  transdisziplinäre Methoden sind leitend für die Arbeitsweise des neuen Bildungszentrums. Die Besucher*innen spüren Verbindungslinien zwischen Kulturgütern der Kunst, Archäologie und Ethnologie von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart nach. Exemplarisch und mit großer Sichtbarkeit werden im halbjährlichen Turnus im sogenannten „Verstärker“ des neuen Bildungszentrums Querschnittsthemen verhandelt.

Schnittstelle zur Stadtgesellschaft

Die Öffnung der Institutionen für alle gesellschaftlichen Gruppen und Mitglieder der Stadtgesellschaft ist ein herausragendes Ziel der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Lage des neuen Bildungszentrums am Kupfergraben, die den Übergang vom städtischen Raum zur Museumsinsel markiert, ist programmatisch zu verstehen. In Kooperation mit verschiedenen Akteur*innen der Gesellschaft wird eine Angebotsstruktur entwickelt, die Besucherinteressen berücksichtigt, Gestaltungs- und -handlungsspielräume eröffnet sowie unterrepräsentierte Nutzergruppen fördert.

Programmbereiche

Die Programmatik des neuen Bildungszentrum zeichnet sich durch zwei Bereiche aus: public und professional. Diese stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern verschränken sich in ihren Arbeitsweisen und Wirkungen.

_Public

Eine vielfältige Angebotsstruktur aus z.B. Projekttagen und -wochen, Workshops, Seminaren und weiteren Formaten richtet sich an Museumsnutzer*innen. Die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Hochschulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen zeichnet die Programmstruktur im Haus Bastian ebenso aus, wie die Kooperation mit Interessensgruppen und Communities. Zudem gibt es Angebote, die in der Freizeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirksam werden.

_Professional

Arbeitskreise, Tagungen und weitere Formate richten sich an Expert*innen aus Bildung, Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft. Institutionsübergreifend und  interdisziplinär werden Themen wie gesellschaftliche Teilhabe, Inklusion oder politische Bildung in Museen verhandelt. Durch den Aufbau agiler Netzwerkstrukturen und regelmäßige Veranstaltungen soll sich Haus Bastian als lokaler, nationaler und internationaler Treffpunkt für Profis der musealen Bildung etablieren. Ein differenziertes Fortbildungsprogramm steht  Lehrer*innen, Museumsmitarbeiter*innen und Multiplikator*innen der Bildungsarbeit offen.

Modellprojekte

In großen regionalen wie überregionalen Bildungsprojekten werden im Haus Bastian zentrale Fragestellungen der Bildungs- und Vermittlungsarbeit in Museen verhandelt. Die konzeptionellen Rahmungen verbinden experimentelle und reflektierende Arbeitsprozesse. In der Zusammenarbeit mit verschiedenen Nutzergruppen und Expert*innen werden Strategien, Formate, Handlungs- und Kommunikationsformen der Bildungs- und Vermittlungsarbeit erprobt und ausgewertet. Hierbei sollen Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf andere Museen aufgezeigt werden.

Kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms

Ab September 2019 wird das Programm des Bildungszentrums kontinuierlich weiterentwickelt. Dieses erfolgt in engem Austausch mit den Nutzer*innen sowie Expert*innen der Programmbereiche public und professional. Zudem erfolgt ein Abgleich zu den Leitlinien und Zielen des Referats Bildung, Vermittlung, Besucherdienste der Staatlichen Museen zu Berlin sowie den Sammlungen der Museen.

Die Programmstruktur der Initiierungsphase führt in die Programmatik, die Potentiale und die Nutzungsmöglichkeiten von Haus Bastian ein. Die systematische Erarbeitung verschiedener Querschnittsthemen erfolgt u.a. im „Verstärker“: Ausgehend von einem impulsgebenden „Setting“  werden im halbjährlichen Turnus Themen aus vielfältigen Perspektiven behandelt. Zudem entwickeln ab September 2019 verschiedene Interessensgruppen ihre Vorstellungen für die zukünftige Nutzung von Haus Bastian.

Raumprogramm

Bildungs- und Vermittlungsarbeit benötigt Räume, die unterschiedlichen Bedürfnissen, Aktions- und Sozialformen gerecht werden. In diesem Verständnis wurden die ehemaligen Galerieräume im Haus Bastian in Lern-, Kommunikations- und Aktionsräume umgestaltet.Die Innenausstattung erfolgte in Zusammenarbeit mit raumlabor berlin.

In Zusammenspiel mit den historischen Ausstellungsräumen der Museen und den Außenräumen der Museumsinsel bietet das Raumprogramm im Haus Bastian herausragende Voraussetzungen für eine differenzierte Angebotsstruktur. Zur Verfügung stehen: eine „Verstärker“ genannte Aktionsfläche im Erdgeschoss, zwei weitläufige „Workshop-Allrounder“, ein großer „Seminar-Allrounder“, eine Medienwerkstatt, ein Seminarraum sowie eine Bibliothek.

Haus Bastian als Motor für die Bildungs- und Vermittlungsarbeit der Staatlichen Museen zu Berlin

Die Programmatik des Zentrums für kulturelle Bildung liegt in der Verantwortung des Referats Bildung, Vermittlung, Besucherdienste. Dieses ist die zentrale Bildungseinrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin und als solche mit der Konzeption und Umsetzung von Angeboten in allen 15 Sammlungen betraut.

Haus Bastian spielt in der Gesamtstrategie der Institution eine zentrale Rolle. Es eröffnet  Handlungsspielräume, übergeordnete Fragestellungen und Querschnittsthemen der Bildungs- und Vermittlungsarbeit zu bearbeiten. Dieses erfolgt institutionsübergreifend und interdisziplinär, experimentierend und reflektierend. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen auf alle Staatlichen Museen zu übertragen. In diesem Sinne wird Haus Bastian ein Motor für die Weiterentwicklung der kulturellen Bildung sein.