Caspar David Friedrich-Projekt: ‚Mönch am Meer‘ und ‚Abtei im Eichwald: Kunsttechnologie, Konservierung, Restaurierung

Die Nationalgalerie verwahrt mit dem „Mönch am Meer“, 1808-1810, und der „Abtei im Eichwald“, 1809-1810, von Caspar David Friedrich das wohl berühmteste Bilderpaar der deutschen Romantik. Seit Heinrich von Kleist haben die Gemälde zu vielen Deutungen inspiriert und sind bis heute ein zentraler Anziehungspunkt auf der Museumsinsel.

Maltechnik und Erhaltungszustand

Caspar David Friedrich verwendete für die beiden Gemälde sehr feine, mehrfach grundierte Leinwand. Die malerische Ausführung besteht aus ein bis zwei sehr dünnen Farbschichten. Von Anfang an waren die Gemälde daher ausgesprochen anfällig für maltechnische, mechanische und alterungsbedingte Schäden. Bereits um 1900 war der Erhaltungszustand beider Werke desolat. Ab 1906 wurden sie zum Gegenstand intensiver Restaurierungsmaßnahmen unterschiedlicher Qualität. Die Gemälde wiesen eine stark reduzierte Originalsubstanz auf. Großflächige, verfärbte Retuschen, Übermalungen und mehrere, stark vergilbte Firnisschichten beeinträchtigten die Erscheinung der Gemälde ebenso wie Transport- und Doublierungsschäden.  

Konservierungs- und Restaurierungsprojekt

2013 konnte der lang gehegte Wunsch einer konservatorischen und restauratorischen Bearbeitung beider Werke durch die großzügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung erfüllt werden. Beide Werke wurden eingehend untersucht. Vor allem die kunsttechnologische Erforschung Maltechnik Caspar David Friedrichs lieferte erstaunliche und wichtige Informationen zu den verwendeten Materialien, ihren Veränderungen und damit neu zu denkenden Farbkompositionen. Auch die Unterzeichnungen beider Werke brachten neue und verblüffende Erkenntnisse zu Tage. Die Gesamtheit der Ergebnisse bildete die Basis für ein detailliertes Konservierungs- und Restaurierungskonzept. Zielsetzungen waren hierbei die Sicherung der verbliebenen Originalsubstanz, eine größtmögliche Annäherung an den Originalzustand und damit die Wiederherstellung der Lesbarkeit der Kunstwerke. Nach Abschluss der Maßnahmen im Januar 2016 wurden die restaurierten Werken zusammen mit den kunsttechnologischen und restauratorischen Ergebnissen im Rahmen der Ausstellung „Der Mönch ist zurück“ (22.1. – 24.07.2016) im Caspar David Friedrich-Saal der Alten Nationalgalerie vorgestellt. Im Januar 2017 erschien der gleichnamige Katalog.

Kooperationspartner: Bundesanstalt für Materialprüfung Berlin (BAM), Deutsches Archäologisches Institut (DAI); Labor für Archäometrie der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK); Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin (RF); Skulpturensammlung und Museum für spätantike-byzantinische Kunst, Bodemuseum (SBM); Thread Count Automation Project, Don Johnson, Rice Museum, Houston, Texas, USA (TCAP) 
Laufzeit: 2013 bis 2016
Förderung: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Ansprechpartner: Kristina Mösl, Leitung Restaurierung Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin