Im Projekt Kunst, Raub und Rückgabe – Vergessene Lebensgeschichten werden Biografien von Menschen sichtbar gemacht, die im Nationalsozialismus verfolgt und beraubt wurden, insbesondere Juden*Jüdinnen: Ausgehend von Provenienzforschung und Restitutionsfällen werden Objekt- und Lebensgeschichten in ihrer Verflochtenheit vermittelt.
Das Projekt wurde von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen initiiert und von 2022 bis 2024 umgesetzt. In diesem Zeitraum wurden die Projektwebsite aufgebaut, Kurzfilme zu einzelnen Lebensgeschichten in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg realisiert sowie erste Vermittlungsaktivitäten im schulischen Kontext und im digitalen Raum durchgeführt.
In einem Folgeprojekt von 2025 bis 2027 bauen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Website und die Bildungsarbeit weiter aus. Als Partner unterstützt hierbei das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Erprobung von Vermittlungsformaten in Museen, die die Provenienzforschung und die „vergessenen Lebensgeschichten“ mit kultureller und historisch-politischer Bildung verknüpfen. Die Angebote sollen zu einer aktiven, auch künstlerischen Auseinandersetzung mit Biografien und Unrechtsgeschichten der NS-Zeit, Erinnerung und Aufarbeitung anregen sowie die Teilnehmenden ermutigen, für Menschenwürde, Empathie und demokratische Werte einzustehen.
Daneben werden über Netzwerkaktivitäten und Veranstaltungsreihen auch Multiplikator*innen adressiert, um über die Bedeutung von Provenienzforschung, Objektbiografien und Restitution insbesondere im Kontext von NS-Geschichte für die historisch-politische und kulturelle Bildungsarbeit zu reflektieren und Impulse für die eigene Arbeit zu entwickeln.
Einrichtungen: Zentralarchiv und Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin, Abteilung Medien, Kommunikation, Veranstaltungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Projektleitung: Dr. Anke Lünsmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Lisa Hell, Paulina Kerber
Wiss. Beratung: Dr. Petra Winter, Dr. Sven Haase, Dr. Hanna Strzoda
Projektförderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, Friede Springer Stiftung
Kooperationspartner: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Laufzeit: 2025 bis 2027
Website zum Projekt: kunst-raub-rueckgabe.de