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Gail Rothschild porträtiert spätantike Textilfunde aus Ägypten

01.07.2022 bis 31.10.2022
Bode-Museum

Ägyptische Textilien aus der reichen Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst sind die Inspirationsquelle für die neue Serie monumentaler Malereien der New Yorker Künstlerin Gail Rothschild. In der Gegenüberstellung mit Wirkereien aus der Zeit vom 4. bis 9. Jahrhundert entsteht eine faszinierende Dynamik zwischen vergangenen Kulturzeugnissen und zeitgenössischem Kunstschaffen.

Auf der Suche nach neuen Vorlagen für ihre großformatigen Werke stieß Gail Rothschild auf die bunten, motivreichen Wirkereien aus dem spätantiken Ägypten, die zur Zeit ihrer Entdeckung um 1900 viele bedeutende Künstler*innen, Kunstsammler*innen, Modemacher*innen und Theaterleute faszinierten. Das Berliner Museum für Byzantinische Kunst besitzt die größte Sammlung spätantiker Textilien aus Ägypten in Deutschland. Sie entstand in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts in Zusammenhang mit Wilhelm von Bodes Plänen, im Kaiser-Friedrich-Museum, das 1904 eröffnen sollte, auch eine Abteilung mit spätantik-byzantinischen Kunst- und Alltagsobjekten einzurichten. Den Grundstock bildeten über 80 Textilien aus der Sammlung des ehemaligen deutschen Konsuls in Kairo, Carl Reinhardt, die Bode privat erwarb und dem neuen Museum schenkte. In den folgenden Jahren wuchs die Textilsammlung durch Erwerbungen oder Schenkungen von Privatpersonen sowie Übertragungen von Beständen aus dem Ägyptischen Museum und vom Kunstgewerbemuseum. Heute umfasst sie rund 2.000 Objekte. 

Zeitgenössische Porträts von Alltagsobjekten aus der Spätantike

Gail Rothschild überführt mit ihren monumentalen Bildern Alltagsobjekte aus der Spätantike in die Kunst des 21. Jahrhunderts. 2019 besuchte die Künstlerin erstmals das Bode-Museum und ließ sich zu einer neuen Serie inspirieren. Nur auf den ersten Blick wirken ihre Gemälde wie Kopien, doch sind sie eigenständige Kunstwerke mit einer ganz eigenen Präsenz, Dynamik und Ausstrahlung. In der Gegenüberstellung mit originalen Textilien aus der Antike entsteht ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen Zeugnissen einer vergangenen Kultur und zeitgenössischem Kunstschaffen. Aufgrund der Größe der Bilder kommen Besucher*innen nicht umhin, sich auch mit den kleinformatigen Textilfragmenten intensiver auseinanderzusetzen. Dies birgt die Chance, sie als kunsthandwerkliche Meisterstücke neu zu erleben und ihre alltägliche Funktion und Nutzbarkeit in der damaligen Gesellschaft zu erfahren.

Die Künstlerin

Gail Rothschild (* 1959 in New York City) lebt in Brooklyn. Nach ihrem Abschluss in Yale begann Rothschild eine Karriere als Wanderkünstlerin. Für Museen und Colleges in den Vereinigten Staaten schuf sie ortsspezifische Installationen, die sich mit der weniger bekannten Geschichte der Frauen und der Ureinwohner*innen des Landes befassen. In Zusammenarbeit mit internationalen Museen setzt sich Rothschild in ihren Gemälden mit archäologischen Textilfragmenten auseinander.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg.

Eine Sonderausstellung der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke
10117 Berlin

vollständig rollstuhlgeeignet

U-Bahn: Friedrichstraße
S-Bahn: Friedrichstraße, Hackescher Markt
Tram: Am Kupfergraben, Hackescher Markt
Bus: Staatsoper, Lustgarten, Friedrichstraße

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