Bildwerke in Wachs

03.02.2022 bis 17.07.2022
Bode-Museum

Die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin versammelt in einer kleinen, erlesenen Kabinettausstellung eine Auswahl ihrer kostbarsten Wachsbildwerke des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Bei den 33 Preziosen – drei davon aus dem Münzkabinett – handelt es sich vorwiegend um kleinformatige, überaus kunstvoll gearbeitete Wachsbildnisse und Porträtmedaillons. Auch Reliefs mit christlichen, mythologischen und allegorischen Darstellungen sowie Statuetten werden gezeigt.

Wachs und Ahnenkult in der Antike 

Das geschmeidige und leicht formbare Naturprodukt Wachs war schon in der Antike als vielseitig einsetzbares Material geschätzt – etwa im Ahnenkult bei der Herstellung von Ahnenmasken, die an die Vorfahren erinnern sollten. Das Wachs wurde durch Einschmelzen der Bienenwaben gewonnen und durch Einkochen unterschiedlicher Zusätze wie Natron gebleicht.

Farbige Wachsporträts in der Renaissance 

Als in der Renaissance das Interesse an der individuellen Erscheinung des Menschen zu erwachen begann, entwickelten italienische Medailleure das mit Pigmenten vermischte farbige Wachsporträt, womit sie eine verblüffende Lebensnähe erreichten. Zu den Erfindern dieser neuen Bildgattung gehört der Norditaliener Antonio Abondio (1538-1591), der in dieser Technik eine unvergleichliche Meisterschaft erlangte. Durch die Hinzufügung von Perlen und Edelsteinen erreichte er eine außergewöhnliche Lebendigkeit, die ihn an die bedeutendsten Adelshäuser Europas führte. Er trug damit wesentlich zur Verbreitung dieses handwerklich anspruchsvollen Verfahrens bei.

Private Miniaturbildnisse und repräsentative Porträtmedaillons

Im Gegensatz zu großformatigen Arbeiten dienten Miniaturbildnisse der intimen Betrachtung und waren in fürstlichen und bürgerlichen Kreisen beliebte Geschenke, mit denen eine enge Verbindung mit der oder dem Beschenkten geknüpft werden sollte. Porträtmedaillons fürstlicher Regenten hingegen erfüllten vorrangig machtpolitische oder dynastische Interessen, indem sie Herrschaftsverhältnisse legitimierten, das Bild des Fürsten verbreiteten und über den Tod hinaus erhielten.

Sammelobjekt Wachsbildwerk

Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Kunstfertigkeit waren Wachsbildwerke begehrte Sammelobjekte, die schnell Eingang in die europäischen Kunstkammern fanden. Die in der Ausstellung gezeigten Objekte entstammen zum Teil der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer. Einen beträchtlichen Zuwachs erfuhr dieser Bestand 1904 und 1918 durch die beiden Schenkungen von Berlins größtem Mäzen, dem jüdischen Kaufmann James Simon (1851-1932).

Eine Sonderausstellung der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke
10117 Berlin

eingeschränkt rollstuhlgeeignet

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Tram: Am Kupfergraben, Hackescher Markt
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