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Neues Zentrum für kulturelle Bildung: Haus Bastian ist eröffnet

06.09.2019

Haus Bastian, das neue Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin, ist seit 31. August 2019 eröffnet.  In unmittelbarer Nachbarschaft zum Weltkulturerbe Museumsinsel bietet es ausgehend von übergreifenden Themen aller 15 Sammlungen vielfältige Möglichkeiten für zukunftsweisende Bildungs- und Vermittlungsarbeit.

Bildungsprojekte, Forum, Treffpunkt

Haus Bastian wird einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt: Schüler*innen und Studierende, Kinder und Familien, Jugendliche und Erwachsene finden hier nicht nur einen idealen Startpunkt, um in alle 15 Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin auszuschwärmen, sie haben hier auch die Möglichkeit, ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Fragestellungen in kreativer Form nachzubereiten, zu erweitern und zu diskutieren.

Neben großen Bildungsprojekten, die künftig hier umgesetzt werden, bietet Haus Bastian ein Forum, um über aktuelle und zukunftsweisende Fragestellungen der Bildungsarbeit wie gesellschaftliche Teilhabe, Inklusion oder politische Bildung zu verhandeln. Zudem soll sich Haus Bastian als lokaler, nationaler und internationaler Treffpunkt für Profis der musealen Bildungsarbeit etablieren.

Kulturelle Bildung

„Bildungs- und Vermittlungsarbeit gehört zu den Kernaufgaben der Staatlichen Museen zu Berlin“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. „Das Haus Bastian unterstreicht in seiner exponierten Lage und mit seiner großen Sichtbarkeit den hohen Stellenwert, den kulturelle Bildung für uns hat. Zugleich komplettiert es auf kongeniale Weise das Ensemble der Museumsinsel Berlin und bietet im Zusammenspiel mit der James-Simon-Galerie unseren Besucherinnen und Besuchern die bestmögliche Orientierung, um die weltberühmten Kunst- und Kultursammlungen im Herzen Berlins zu entdecken.“

Lern-, Erlebnis- und Kommunikationsräume

Das von David Chipperfield Architects entworfene Gebäude am Kupfergraben 10 wird seit 31. August 2019 unter dem Namen „Haus Bastian der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz” als Zentrum für kulturelle Bildung genutzt. Es wurde bis Anfang 2019 als Galerie genutzt, bevor die Familie Bastian das Haus als Schenkung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergab.

Seit Frühjahr 2019 wurden die gesamten vier Etagen des Gebäudes zu Lern-, Erlebnis- und Kommunikationsräumen umgestaltet. Die großzügigen Räume laden die Besucher*innen dazu ein, ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Fragestellun-gen in kreativer Form nachzubereiten, zu erweitern und zu diskutieren.

Programmbereiche Public und Professional

Der Programmbereich "publicsieht vielfältige Angebote wie Projekttage und -wochen, Workshops und Seminare für diverse Nutzer*innengruppen vor. Die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Hochschulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen zeichnet die Programmstruktur ebenso aus, wie die Kooperation mit Interessens-gruppen und Communities. Zudem gibt es Angebote, die in der Freizeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirksam werden.

Im Bereich "professionalwird Haus Bastian ein Forum bieten, um institutionsübergreifend über aktuelle und zukunftsweisende Fragestellungen der Bildungsarbeit in Museen zu verhandeln. Arbeitskreise, Tagungen und weitere Formate richten sich an Expert*innen aus Bildung, Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft.

Bildungsprojekte

„Haus Bastian wird nicht nur für die Bildungsarbeit der Staatlichen Museen zu Berlin ein Motor sein“, so Heike Kropff, Leiterin der Abteilung Bildung und Kommunikation. „Große Modellprojekte eröffnen uns Handlungsspielräume, übergeordnete Themen wie Inklusion, politische Bildung oder Diversität in Museen zu behandeln. Im Rahmen dieser Projekte wer-den wir uns national und international vernetzen. Haus Bastian soll ein Treffpunkt für alle sein, die sich mit kultureller Bildung in Museen beschäftigen.“

So starten bereits im September 2019 mehrere Bildungsprojekte, die durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert werden:

  • Im Projekt "Ausnahmen sind hier die Regel. Inklusive Bildung in Museenwidmen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Akteur*innen aus Museen, Bildungseinrichtungen, Kunst und Kultur gemeinsam dem kreativen und gestalterischen Potential inklusiver Bildungs-prozesse.
  • "Weg und hin. Museen erweitern ihre Wirkungsbereicherichtet sich an Schüler*innen und Lehrer*innen ländlicher Räume. Exemplarisch soll untersucht werden, wie Museen ihre Wirkungsbereiche erweitern, in ländliche Räume ausstrahlen sowie Brücken zwischen städtischen und ländlichen Bildungsräumen spannen können.
  • Mit dem Pilotprojekt "Politische Bildung in Museenwerden Haus Bastian und die Sammlungen der Museumsinsel Berlin zu Experimentierfeldern für politische Bildungsarbeit in Museen. In Zusammenarbeit mit Expert*innen der kulturellen und politischen Bildung, Lehrer*innen und Schüler*innen werden Frage- und Themenstellungen entwickelt, die sich aus der politischen Bildung ableiten und in den musealen Kontext übertragbar sind.

Ebenso liefert das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz einen wertvollen Beitrag zur Etablierung des neuen Bildungszentrums. Im Rahmen des Projekts „Willkommen im Haus Bastian! Willkommen auf der Museumsinsel!sind Schüler*innen sowie Lehrer*innen eingeladen, Haus Bastian kennenzulernen. Thorsten Strauß, Vorsitzender des Kuratoriums Preußischer Kulturbesitz: „Die Förderung kultureller Bildungs- und Vermittlungsprojekte ist ein Schwerpunkt des Kuratoriums Preußischer Kulturbesitz. Mit unserem Engagement tragen wir dazu bei, einer möglichst breiten Öffentlichkeit und unterschiedlichen Nutzergruppen die Teilhabe an kulturellen Angeboten zu ermöglichen.“

Programmatik

Die Programmatik des Zentrums für kulturelle Bildung liegt in der Verantwortung des Referats Bildung, Vermittlung, Besucherdienste. Dieses ist als zentrale Bildungseinrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin mit der Konzeption und Umsetzung von Angeboten in allen 15 Sammlungen betraut. Ab September 2019 wird das Programm von Haus Bastian kontinuierlich weiterentwickelt – in engem Austausch mit den Nutzer*innen und Expert*innen der Programmbereiche "public" und "professional".

Verstärker

Als Motor der kontinuierlichen Programmentwicklung von Haus Bastian fungiert der sogenannte „Verstärker“: Im halbjährlichen Turnus werden im Erdgeschoss sammlungsübergreifende Themen wie „Eins zu eins? Von Bildern und Abbildern“ mit großer Sichtbarkeit verhandelt. Ein Setting aus Referenzobjekten und Materialien, erläuternden Texten und Fragestellungen sowie Handlungsaufforderungen regt die Besucher*innen an, sich Sammlungsthemen der Staatlichen Museen zu Berlin aus verschiedenen Perspektiven zu nähern.

Die Nutzung von Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung findet ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungen statt. Es wird kein gesonderter Eintritt erhoben; ggf. sind Eintritte in die Museen sowie Teilnahmegebühren zu den Veranstaltungen zu entrichten. Das Haus ist vollständig rollstuhlgeeignet. Ein barrierefreies WC befindet sich im Erdgeschoss.