Der Große Altar von Pergamon, Nordfries (Detail) © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius

Der Große Altar von Pergamon, Nordfries (Detail) © Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung / Johannes Laurentius

Profil des Pergamonmuseums

Das Pergamonmuseum wird am 4. Juni 2027, nach mehrjähriger Grundsanierung, wiedereröffnet. Im nördlichen Mittelbau des Hauses werden dann die hellenistischen Architekturen der Antikensammlung und im Nordflügel auf zwei Etagen die gesamte Sammlung des Museums für Islamische Kunst wieder für das Publikum zugänglich sein. Das Vorderasiatische Museum zeigt außerdem eine Auswahl von Highlights im Kopfsaal des Nordflügels. 

Der südliche Mittelbau mit den römischen Architekturen der Antikensammlung und der Südflügel mit der Sammlung des Vorderasiatischen Museums werden noch bis voraussichtlich 2037 sanierungsbedingt geschlossen bleiben.

Geschichte des Museums

Das Pergamonmuseum wurde nach Entwürfen Alfred Messels durch Ludwig Hoffmann zwischen 1910 und 1930 errichtet. Zuvor hatte an gleicher Stelle für kurze Zeit ein sehr viel kleinerer Bau gestanden, in dem Ausgrabungsfunde der Berliner Museen aus Pergamon, Magnesia am Mäander und Priene untergebracht waren, darunter auch eine erste Rekonstruktion des Pergamonaltars. Probleme mit dem Baugrund führten jedoch schnell zu Schäden am Gebäude, sodass es 1909 abgerissen werden musste.

Das neue, größere Pergamonmuseum wurde als Dreiflügelanlage erbaut und beherbergt die Architekturen der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst. Durch die imposanten Rekonstruktionen archäologischer Bauensembles – Pergamonaltar, Markttor von Milet, Ischtar-Tor von Babylon mit Prozessionsstraße, Mschatta-Fassade – ist das Pergamonmuseum weltweit berühmt geworden und hat sich zum Publikumsmagneten auf der Museumsinsel entwickelt.

Sanierung des Pergamonmuseums

Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel wird das Pergamonmuseum seit 2013 in zwei Bauabschnitten saniert. Der erste Bauabschnitt umfasst den Nordflügel und den nördlichen Mittelbau. Dazu gehören zwei Säle der Antikensammlung mit dem Pergamonaltar und weiteren Bauten hellenistischer Zeit sowie die gesamte Sammlung des Museums für Islamische Kunst mit Highlights wie der Mschatta-Fassade, dem Aleppo-Zimmer und der Alhambra-Kuppel. Neben der Sanierung und Modernisierung der Bausubstanz sowie der Verbesserung der Barrierefreiheit wurden auch notwendige Restaurierungen an den Objekten durchgeführt und die Präsentationskonzepte erneuert.

Erster Bauabschnitt: Nordflügel und Mittelbau (2013–2027)

Im Altarsaal und im Saal der Hellenistischen Architektur der Antikensammlung im Mittelbau werden eine neue Farbfassung der Wände und eine deutlich verbesserte Beleuchtung die Exponate künftig noch besser zur Geltung bringen. Ziel bleibt es dennoch, das ursprüngliche Präsentationskonzept von 1930 zu bewahren und mit Licht und Farbe die Anmutung eines mediterranen Ambientes zu erzeugen, sodass die Objekte quasi im Fundzustand erlebt werden können. Sämtliche Architekturrekonstruktionen der Antikensammlung wurden während der Sanierung des Gebäudes aufwendig restauriert. 

Von den modern ergänzten Teilen der Westfront des Altars wurden zahlreiche Übermalungen aus der Nachkriegszeit abgetragen, sodass die Rekonstruktion nun in ganz neuer Frische und mit filigranen Details erlebbar ist. Das Mosaik aus dem Königspalast von Pergamon, das zuvor im Saal der Hellenistischen Architektur ausgestellt war, kehrt wieder in den Telephossaal oberhalb der großen Freitreppe des Altars zurück. Die Exponate des Hellenistischen Saals vermitteln den Eindruck einer antiken griechischen Agora, eines Marktplatzes, mit einer großen Athena-Statue im Zentrum.

Das Museum für Islamische Kunst zeigt im Nordflügel eine völlig neue Sammlungspräsentation, die verstärkt auf Dialog und die Bezüge zwischen den historischen Exponaten und den heutigen Kulturen setzt. Die 25 neuen Ausstellungsräume ermöglichen eine Reise durch 1400 Jahre Kulturgeschichte des Nahen und Mittleren Ostens. Nach aufwändiger Restaurierung und räumlicher Kontextualisierung präsentieren sich die monumentale Palastfassade von Mschatta, das farbenfrohe Aleppo-Zimmer, die Gebets- und Wohnhausnischen sowie die berühmte Alhambra-Kuppel im neuen Licht. 

Gut 1.000 Objekte, darunter spektakuläre Leihgaben, werden auf über 3.300 Quadratmetern zum Teil erstmals gezeigt und innovativ vermittelt. Die Bandbreite reicht von spezifischen Atmosphärenräumen über Spiele und inklusive Angebote bis zu Gegenwartsstimmen. 

Das international renommierte Museum für Islamische Kunst ist fast seit Beginn fester Bestandteil des Pergamonmuseums und wird ab 2027 das größte und innovativste Haus zur islamischen Kunst weltweit sein.

Das Vorderasiatische Museum wird ebenfalls ab 2027 im Schlütersaal des wiedereröffneten Nordflügels ein interimistisches „Schaufenster“ zeigen. Ausgewählte Objekte, vor allem die über sechs Tonnen schwere monumentale Siegesstele des assyrischen Königs Asarhaddon, geben dann einen Vorgeschmack auf die Neupräsentation im Südflügel ab 2037.

Zweiter Bauabschnitt: Südflügel und vierter Flügel (2023–2037)

Der zweite Bauabschnitt umfasst den Südflügel des Hauses mit der Sammlung des Vorderasiatischen Museums und dem Saal der römischen Architektur der Antikensammlung. Hier begann die Sanierung am 23. Oktober 2023, seitdem ist dieser Bereich des Gebäudes für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Südflügel wird nach der Wiedereröffnung von Nordflügel und nördlichem Mittelbau im Jahr 2027 weiterhin geschlossen bleiben und voraussichtlich 2037 wiedereröffnet.

Auch im zweiten Bauabschnitt werden grundlegende Gebäudemodernisierungen vorgenommen, die Barrierefreiheit verbessert und Objekte restauriert sowie deren Präsentation erneuert. Zu den Highlights des Vorderasiatischen Museums gehören u. a. das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon, aber auch zahlreiche weitere Objekte wie die Torlöwen aus Zincirli, die Stiftmosaikfassaden aus Uruk aus dem 4. Jt. v. Chr. oder das Wasserbecken aus Assur.

Im Zuge der Sanierung wird u. a. über der Prozessionsstraße und dem Ischtar-Tor ein komplett neues Dach eingebaut, das es künftig ermöglichen soll, die UV-Einstrahlung auf die antiken Exponate zu regulieren – eine Änderung, die aus konservatorischer Sicht zwingend notwendig ist. Allein dieser Umbau ist eine große logistische Herausforderung, da die fest verbauten Rekonstruktionen zunächst mit temporären Schutzwänden abgeschirmt werden müssen, bevor ein Wetterdach errichtet und das eigentliche Dach schließlich komplett ersetzt werden kann.

Neben den Flächen des Vorderasiatischen Museums befindet sich im Südflügel des Pergamonmuseums der Miletsaal der Antikensammlung mit dem Markttor von Milet sowie weiteren antiken Architekturstücken römischer Zeit. Auch hier werden u. a. die Tageslichtdecke erneuert und die Wandfarbe angepasst, um die mediterrane Stimmung zu erzeugen, die bereits im originalen Ausstellungskonzept von 1930 vorgesehen war.

Darüber hinaus wird das Pergamonmuseum im Zuge der Sanierung um einen vierten Flügel ergänzt, der künftig einen geschlossenen Rundgang ermöglicht. Im Rahmen der Baumaßnahme entsteht auch eine unterirdische „Archäologischen Promenade“, die das Pergamonmuseum mit den umliegenden Häusern (Bode-Museum, Neues Museum und James-Simon-Galerie) verbindet. Die Außenanlagen rund um das Pergamonmuseum werden zudem neugestaltet und der Pergamonsteg, die Fußgängerbrücke über den Kupfergraben, wird als Neubau errichtet.

Besuchen Sie Pergamonmuseum. Das Panorama

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel, im Ausstellungsgebäude Pergamonmuseum. Das Panorama, sind bedeutende Objekte aus Pergamon und das monumentale Panorama von Yadegar Asisi zu sehen.