Das Pergamonmuseum wird am 4. Juni 2027, nach mehrjähriger Grundsanierung, wiedereröffnet. Im nördlichen Mittelbau des Hauses werden dann die hellenistischen Architekturen der Antikensammlung und im Nordflügel auf zwei Etagen die gesamte Sammlung des Museums für Islamische Kunst wieder für das Publikum zugänglich sein. Das Vorderasiatische Museum zeigt außerdem eine Auswahl von Highlights im Kopfsaal des Nordflügels.
Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel wird das Pergamonmuseum seit 2013 in zwei Bauabschnitten saniert. Der erste Bauabschnitt umfasst den Nordflügel und den nördlichen Mittelbau. Dazu gehören zwei Säle der Antikensammlung mit dem Pergamonaltar und weiteren Bauten hellenistischer Zeit sowie die gesamte Sammlung des Museums für Islamische Kunst mit Highlights wie der Mschatta-Fassade, dem Aleppo-Zimmer und der Alhambra-Kuppel. Neben der Sanierung und Modernisierung der Bausubstanz sowie der Verbesserung der Barrierefreiheit wurden auch notwendige Restaurierungen an den Objekten durchgeführt und die Präsentationskonzepte erneuert.
Erster Bauabschnitt
Im Altarsaal und im Saal der Hellenistischen Architektur der Antikensammlung im Mittelbau werden eine neue Farbfassung der Wände und eine deutlich verbesserte Beleuchtung die Exponate künftig noch besser zur Geltung bringen. Ziel bleibt es dennoch, das ursprüngliche Präsentationskonzept von 1930 zu bewahren und mit Licht und Farbe die Anmutung eines mediterranen Ambientes zu erzeugen, sodass die Objekte quasi im Fundzustand erlebt werden können. Sämtliche Architekturrekonstruktionen der Antikensammlung wurden während der Sanierung des Gebäudes aufwendig restauriert.
Das Museum für Islamische Kunst zeigt im Nordflügel eine völlig neue Sammlungspräsentation. 25 neue Ausstellungsräume ermöglichen eine Reise durch 1400 Jahre Kulturgeschichte des Nahen und Mittleren Ostens. Nach aufwändiger Restaurierung und räumlicher Kontextualisierung präsentieren sich die monumentale Palastfassade von Mschatta, das farbenfrohe Aleppo-Zimmer, die Gebets- und Wohnhausnischen sowie die berühmte Alhambra-Kuppel im neuen Licht.
Das Vorderasiatische Museum wird ebenfalls ab 2027 im Schlütersaal des wiedereröffneten Nordflügels ein interimistisches „Schaufenster“ zeigen. Ausgewählte Objekte, vor allem die über sechs Tonnen schwere monumentale Siegesstele des assyrischen Königs Asarhaddon, geben dann einen Vorgeschmack auf die Neupräsentation im Südflügel ab 2037.
Zweiter Bauabschnitt
Der zweite Bauabschnitt umfasst den Südflügel des Hauses mit der Sammlung des Vorderasiatischen Museums und dem Saal der römischen Architektur der Antikensammlung. Hier begann die Sanierung am 23. Oktober 2023, seitdem ist dieser Bereich des Gebäudes für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Südflügel wird nach der Wiedereröffnung von Nordflügel und nördlichem Mittelbau im Jahr 2027 weiterhin geschlossen bleiben und voraussichtlich 2037 wiedereröffnet.
Darüber hinaus wird das Pergamonmuseum im Zuge der Sanierung um einen vierten Flügel ergänzt, der künftig einen geschlossenen Rundgang ermöglicht. Im Rahmen der Baumaßnahme entsteht auch eine unterirdische „Archäologischen Promenade“, die das Pergamonmuseum mit den umliegenden Häusern (Bode-Museum, Neues Museum und James-Simon-Galerie) verbindet. Die Außenanlagen rund um das Pergamonmuseum werden zudem neugestaltet und der Pergamonsteg, die Fußgängerbrücke über den Kupfergraben, wird als Neubau errichtet.