Ali Kaaf
Ich bin Fremder. Zweifach Fremder

01.12.2021 bis 20.02.2022
Pergamonmuseum

Anlässlich der im Rahmen der laufenden Sanierungsarbeiten des Pergamonmuseums bevorstehenden Restaurierung der Mschatta-Fassade tritt der deutsch-syrische Künstler Ali Kaaf mit seiner Installation "Ich bin Fremder. Zweifach Fremder" in einen zeitgenössischen Dialog mit der rund 1.300 Jahre alten Fassade des jordanischen Kalifenpalastes.

Wanderung der Mschatta-Fassade

Die Fassade des frühislamischen Kalifenpalastes Mschatta aus Jordanien ist das größte und vielleicht bedeutendste Werk islamisch geprägter Kunst in einem Museum weltweit. Als diplomatisches Geschenk des osmanischen Sultans kam sie 1903 nach Berlin, um ein Jahr später auf engem Raum im Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) gezeigt zu werden. Ihre Zugehörigkeit wurde jedoch intensiv diskutiert: Gehörte sie als islamische Fassade ins ‚fremde‘ Asiatische Museum oder zur ‚europäisch‘ empfundenen Antike? Dass die Antike auch Grundlagen der islamischen Kunst und Kultur bildete, war damals umstritten. Man ordnete sie fachlich richtig ins Pergamonmuseum, wo sie seit 1932 zu sehen ist. Die Mschatta-Fassade symbolisiert den Übergang von byzantinischer und altiranischer zur islamischen Kunst. Mit ihrer Hybridität und Wanderungsgeschichte nach Berlin verkörpert sie Themen, die gerade heute von großer Relevanz sind: Kulturmodelle, Migration und Provenienz.

Ali Kaaf und die Beziehung zum Raum

Der deutsch-syrische Künstler Ali Kaaf(* 1977) hat am Institut des Beaux-Arts in Beirut und der Universität der Künste in Berlin studiert und lehrt aktuell an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ihm dient die wechselvolle Geschichte der Mschatta-Fassade als Metapher, um über Migration, Integration, Heimat und Identität nachzudenken. In seiner Installation „Ich bin Fremder. Zweifach Fremder“ arbeitet er mit Durch- und Einblicken auf die monumentale Fassade. Kaaf baut ein Spannungsfeld auf, das einen Raum der Ambivalenzen im Dazwischen erschafft – zwischen Fassade und Intervention, Historie und Gegenwart, Bekanntem und Fremdem, Sicht- und Unsichtbarem. Auf diese Weise wird ein unmittelbar erfahrbarer emotionaler körperlicher Zugang zu dem um 740 n. Chr. entstandenen Bauwerk geschaffen. Diese Beziehung zum Raum ist grundlegend für Kaafs Arbeiten, in denen sich verschiedene Schichten überlagern, die Neues freilegen und Denkräume entfalten.

Restaurierung der Mschatta-Fassade in Schaubaustelle

Der Raum mit der Mschatta-Fassade wird – wie im Gesamtablauf vorgesehen – ab dem 1. März 2022 für den Besucherverkehr geschlossen. Als Leitobjekt und Publikumshighlight des Museums für Islamische Kunst wird die Mschatta-Fassade im Rahmen der laufenden Sanierungsarbeiten des Pergamonmuseums dann in einer öffentlich einsehbaren Schaubaustelle restauriert, um im dann sanierten Nordflügel des Museums neu präsentiert zu werden.

Katalog

Im März 2022 erscheint ein umfangreicher Katalog zu Ali Kaaf im Hatje Cantz Verlag.  224 Seiten., 130 Abbildungen, 44 Euro.

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

James-Simon-Galerie, Bodestraße
10178 Berlin

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Bitte beachten Sie: Seit dem 13. Juli 2019 ist die James-Simon-Galerie der alleinige Zugang zum Pergamonmuseum.
Lageplan für Einzelbesucher im Neuen Museum und im Pergamonmuseum (PDF)
Hinweise für Gruppenbesuche im Neuen Museum und im Pergamonmuseum (PDF)

 

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Pergamonmuseum
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