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Die Entdeckung des „Barbarenschatzes“

19.12.2016
Neues Museum

Raub und Plünderung – ihnen hat die Archäologie wohl die einmaligen Funde zu verdanken, die ab 20. Dezember 2016 als langfristige Leihgabe aus Privatbesitz im Neuen Museum zu sehen sein werden.

Ein besserer Ort ist für diesen einzigartigen Schatz nicht denkbar: Der Bacchussaal in zentraler Lage im Hauptgeschoß erinnert mit seinen Malereien an römische Villen.

Seit 2009 steht dort einsam der „Xantener Knabe“, eine römerzeitliche Bronzeplastik, 1858 im Flussbett des Rheins bei Xanten entdeckt. Nun bekommt er Gesellschaft en masse: eiserne Werkzeuge und Wagenteile, Vorhängeschlösser und Fußfesseln, Bronzekessel und Silbergeschirr … – zwischen 1967 und 1997 vom Kiesbagger aus einem Altrheinarm bei Neupotz in Rheinland-Pfalz gefördert. Die Objekte stammen aus dem größten und vielfältigsten Schatzfund römischer Metallgegenstände, der je auf deutschem Boden gemacht wurde: Über 1000 Stücke von insgesamt etwa 700 Kilogramm Gewicht.

Zusammen mit dem Bronzeknaben wird eine repräsentative Auswahl von 303 Objekten aus dem „Barbarenschatz“ die Dauerausstellung "Vor- und Frühgeschichte" unter dem Titel „Schätze aus dem Rhein“ um eine Attraktion bereichern. Wie aber gelangten sie einst in den Fluss? Im unruhigen 3. Jahrhundert n. Chr. gerieten die Provinzen des Römischen Reiches am Rhein in große Bedrängnis: Immer wieder fielen plündernde Germanen tief in römisches Territorium ein und überfielen ungeschützte Ansiedlungen, ja sogar Städte. Der Versuch einiger dieser Plünderer, den Strom mit vollgeladenen Lastwagen zu überqueren, glückte nicht, die reiche Beute versank in den Fluten des Rheins.