Festakt zum 12.000. Porzellangefäß des globalen Kunstprojekts ONE MILLION von Uli Aigner
Was wäre, wenn ein einziges Objekt Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbinden könnte?
Mit dem Langzeitkunstprojekt ONE MILLION verfolgt die in Berlin lebende Künstlerin Uli Aigner seit 2014 die Vision, eine Million handgedrehte Porzellangefäße herzustellen. Jedes Gefäß ist ein Unikat, nummeriert, signiert und mit seinem jeweiligen Besitzer verbunden. Zusammen bilden die Gefäße ein weltweit wachsendes Netzwerk von Menschen – einen globalen Raum, der durch ein physisches Objekt erfahrbar wird.
Im Neuen Museum präsentierte das Museum für Vor- und Frühgeschichte 2022 eine große Ausstellung der Künstlerin, die die Formen ihrer Porzellangefäße in die lange Kulturgeschichte des Trinkgeschirrs stellte. Daher lädt das Museum für Vor- und Frühgeschichte im Rahmen der 200-Jahr-Feier der Museumsinsel zu einem ganz besonderen Trinkgelage ein: Am 2. September 2026 feiert ONE MILLION die ersten 12.000 Porzellangefäße dieses auf 300 Jahre angelegten Kunstprojekts. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsamer Tisch im Kolonnadenhof, an dem Besitzer*innen ihrer ONE MILLION-Gefäße zusammenkommen und symbolisch „den Tisch mit der Welt decken“.
Der Abend folgt einer einfachen Regel: Es werden ausschließlich Weißwein und Wasser ausgeschenkt – und niemand schenkt sich selbst ein. Alle Teilnehmenden schenken sich gegenseitig ein. Diese Geste steht für ein Ritual der gegenseitigen Fürsorge. ONE MILLION versteht sich als ein Projekt der Enthierarchisierung der Welt. Es bringt Menschen unterschiedlicher Generationen, Berufe, Herkunft und Lebenswelten zusammen und schafft Begegnungen über die eigenen gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Das Projekt fördert einen angstfreien Umgang mit Menschen, die anders denken, leben oder handeln als man selbst.
Die Porzellangefäße können verkauft, getauscht, verschenkt oder weitergegeben werden. Jedes Objekt besitzt eine Garantie von 300 Jahren und wird damit zu einem Träger von Verantwortung über Generationen hinweg. ONE MILLION untersucht die Frage, wie Gemeinschaft langfristig entstehen und erhalten werden kann.
Dabei verbindet das Projekt die älteste und die neueste Technik der Menschheit. Das Keramikgefäß gehört zu den frühesten Kulturtechniken des Neolithikums; gleichzeitig wird das globale Netzwerk der Gefäße digital dokumentiert und durch zeitgenössische Technologien bis hin zu Künstlicher Intelligenz begleitet. ONE MILLION macht sichtbar, wie Technologien seit Jahrtausenden Gesellschaften prägen und soziale Handlungsspielräume schaffen.
Besitzer*innen von ONE MILLION-Gefäßen sind eingeladen, ihr Gefäß mitzubringen. Wer mehrere Gefäße besitzt, kann weitere Personen einladen. Menschen, die noch nicht Teil des Projekts sind, können vor Ort ONE MILLIONÄRE werden: Gefäße können gegen einen Unkostenbeitrag erworben oder getauscht werden. So wächst das Netzwerk kontinuierlich weiter in neue gesellschaftliche Milieus hinein.
Become a One in ONE MILLION.
Denn jeder einzelne Mensch verändert das Bild der Welt.
Die Veranstaltung findet im Außenbereich der Kolonnaden statt.
Bitte bringen Sie Ihr ONE MILLION-Porzellangefäß mit – es ist Ihre Eintrittskarte.
Treffpunkt
Kolonnadenhof
Kosten
Kostenfrei
Ausstellung
Sammlung