Thomas Schüttes "Vater Staat" auf der Terasse der Neuen Nationalgalerie

06.07.2011
Neue Nationalgalerie

Der Skulpturenbestand im Außenbereich der Neuen Nationalgalerie konnte durch eine Skulptur von Thomas Schütte mit dem Titel "Vater Staat" aus dem Jahr 2011 bereichert werden.

Thomas Schütte, 1954 in Oldenburg geboren, lebt und arbeitet heute in Düsseldorf. Er gilt als vielseitiger Künstler, der neben Skulpturen, auch Installationen, Objekte, Zeichnungen und Aquarelle geschaffen hat. Bei der Kunstbiennale Venedig wurde er im Jahre 2005 mit dem "Goldenen Löwen" als bester Einzelkünstler der Ausstellung ausgezeichnet.

Die überlebensgroße und 1,1 Tonnen schwere Statue "Vater Staat" steht auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie an der Potsdamer Straße, mit Blickrichtung zum Kulturforum. Thomas Schütte selbst sagt, dass sich "Vater Staat" keine explizit politische Aussage verbinde, da er von "Bekenntnis-Skulpturen" generell nichts halte. Den Titel der etwa doppelt lebensgroßen Bronzearbeit ersannen Mitarbeiter seines Ateliers, weil das erste Miniaturmodell dem damaligen deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble ähnelte.

Vater Staat sind jedoch sichtlich die Hände abhanden gekommen und die Arme zur Handlungsunfähigkeit abgeschnürt. Kann er überhaupt noch agieren? Auch scheint der feste Stand eher den Gewandfalten als stabilen Füßen geschuldet zu sein und drückt so eine "Kombination von Macht und Feigheit" (Tony Cragg) aus. Obgleich Schütte behauptet, "mehr spielerisch" zu arbeiten, lässt die imposante Figur in ihrer starren Frontalität verschiedene Assoziationen zu: Sie erinnert etwa an die zahlreichen monumentalen Bismarck-Statuen der Kaiserzeit, aber auch an den ähnlich aufwendig bemantelten Balzac (1893-97) Auguste Rodins.

Das Werk ist eine Dauerleihgabe der Familie Berggruen.