Cinema Surreal zeigt im Jahr 2026 surrealistische Filme über das Sammeln, surrealistische Filme aus Paris und wir setzten unsere Reihe über die Geschichte des surrealistischen Films fort. Von eleganten Mythen bis zu leichten Sommerkomödien. Mal komisch, mal seriös, aber immer wertvoll genug um gesammelt zu werden.
Kann man Träume sammeln? Cinema Surreal sammelt Träume, obwohl – eigentlich sammelt Cinema Surreal nicht, sondern es verteilt Träume an unsere Besucher. Cinema Surreal verstreut Träume über Charlottenburg. Gesammelt werden die Träume von unserem Stammpublikum.
Sammeln ist nehmen und geben zugleich und davor stehen die Hoffnung und der Traum. Irgendjemand muss das, was ein anderer sammelt, hergeben wollen. Manchmal denkt man Sammeln sei Raffgier so wie jener japanische Kunstsammler, der nach seinem Tod mit seinem van Gogh Gemälde verbrannt werden wollte. Das stimmt nicht. Die Sammlung Scharf-Gerstenberg würde nicht bestehen, wenn nicht großzügige Sammler beschlossen hätten sie zu teilen. Aber kein Besucher unseres Museums geht mit einem kleinen surrealistischen Bild nach Hause. Es ist etwas anderes, das geteilt wird. Ein Gedanke. Für den Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk ist ein Zigarettenstummel wichtig genug, um gesammelt zu werden, weil er jemanden an den Moment erinnert, als die geliebte Frau ihn geraucht hat. Ein kostbarer Moment. Vielleicht heißt Sammeln etwas Kostbares erinnern, das man mit jemandem teilen kann. Und möchte.
Der Film Innocence of Memories (29.1.) erzählt von einem Museum, in dem 4213 Zigarettenstummel ausgestellt sind. 4213 kostbare Momente, die so wichtig sind wie eine Druckgrafik von Francisco de Goya. Peter Engelhardt in der Dokumentation Peng. Von Augenblick und Ewigkeit sammelt auch mal eine Schaufensterpuppe vom Flohmarkt. Er sammelt alles, 30.000 Objekte. Was ist das Besondere daran? Ist eine Schaufensterpuppe ewig? (18.2. – Peter Engelhardt und die Regisseurin sind anwesend!) Oder der Filmjournalist Matthies, der Informationen sammelt, zu etwas, was es am Ende gar nicht gibt. Mit all seiner Energie jagt er in der Satire King Kongs Faust (8.4.) dem Nichts hinterher. Oder der Sammler in Monsieur Killerstyle (4.3.), der etwas sammelt, damit es von der Welt verschwindet. Sammeln und sofort vernichten. Ein Film von tiefschwarzem Humor. Und schließlich - Sammlungen können zum Zeichen des Bösen werden. So Surreal. Behind the Masks (22.4.), wenn Kolonialmächte ihre Macht beweisen indem sie indigenen Völkern die Kunst stehlen und sie zuhause in Museen ausstellen. Bis zu dem heutigen ultimativen Krieg, der vor keiner Zerstörung zurückschreckt. The Lions by the River Tirgris (6.5.) ist ein erschreckendes Beispiel.
28. Januar – 16. Dezember 2026 / 14-tägig / mittwochs um 18:00 Uhr
Zu allen Filmen gibt es eine Einführung.
Eintritt und Teilnahme kostenfrei.
Keine Anmeldung erforderlich.
Ausstellung