Pauline Curnier Jardin
Fat to Ashes

13.04.2021 bis 19.09.2021
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2019 zeigt in der Historischen Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin die anlässlich ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland entstandene filmische Installation „Fat to Ashes“. Ein raumgreifendes Amphitheater umfasst die Videoinstallation als Zentrum des Spektakels und so sind Wandlung, Prozession und praktizierte Performance im ritualisierten Exzess die inhaltlichen als auch formalen Attribute von Pauline Curnier Jardins „Fat to Ashes“.

Fleisch, Haut, Wachs, Konfetti, Blut, Gedärme, Düfte, Sinne, Rauch, Ritus, Alkohol, Exzess, Berührung, Gesang, Fett und Asche: Das sind mitunter die weichen, rauen, sanften, derben Materialien, mit denen die Künstlerin Pauline Curnier Jardin in ihrer Arbeit hantiert. Ihre filmische und installative Sprache greift oftmals altertümliche, mythenhafte Erzählungen auf, die sie dekonstruiert und durchbricht.

Die Videoinstallation „Fat to Ashes“

„Fat to Ashes“ verbindet drei filmische Momentaufnahmen: ein religiöses Fest zu Ehren der heiligen Agatha, die Schlachtung eines Schweins und den Kölner Karneval. Der Ausstellungstitel verweist auf eine Woche der Ausschweifung vom sogenannten „Fat Thursday“, oder „giovedì grasso“, bzw. Weiberfastnacht oder Fettdonnerstag im Deutschen, bis zum Aschermittwoch als Tag der Ernüchterung und Beginn der Fastenzeit nach christlichem Kalenderjahr. Jardin zeigt diese drei Handlungsräume als Orte der Transgression und der Verwandlung, in denen aus kultischen Bräuchen bis in die Gegenwart eine gesellschaftliche Funktion des Zusammentreffens, der performativen Zurschaustellung und der exaltierten Loslösung geltender Normen fortführt wird.

Eine italienische Süßspeise etwa, die der Form einer weiblichen Brust nachempfunden ist, wird an dem Festtag zum Gedenken des Martyriums der heiligen Agatha verspeist. Die Schlachtung des Schweins geschieht abseits industrialisierter Massentierhaltung auf einem traditionellen, ländlichen Hof. Die Bilder vom Kölner Karneval wiederum sind voller Leben. Im Rückblick auf das Karnevalgeschehen lesen sich die Feierlichkeiten wie eine letzte große kollektive Ausschweifung bevor wenig später, wie die heutigen Betrachter*innen des Videos wissen, Covid-19 zum bundesweiten Lockdown führen wird.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König mit Beiträgen von Sara Giannini, Ana Teixeira Pinto, Giovanna Zapperi und einem Gespräch zwischen Pauline Curnier Jardin und Kristina Schrei.

Mit der freundlichen Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français und des französischen Kulturministeriums.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

So 11:00 - 18:00
Mo geschlossen
Di 10:00 - 18:00
Mi 10:00 - 18:00
Do 10:00 - 18:00
Fr 10:00 - 18:00
Sa 11:00 - 18:00

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Hamburger Bahnhof + Sonderausstellungen
14,00 EUR ermäßigt 7,00
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